Noch stehen die endgültigen Zahlen nicht fest. Die neue Leistungsvereinbarung für die Jahre 2028 bis 2030 muss erst bis Ende Oktober beschlossen werden. Klar sei jedoch bereits jetzt, dass die Universitäten mit deutlich weniger Geld auskommen müssen.

„Wir müssen effizient wirtschaften – dagegen hat niemand etwas. Entscheidend ist aber, wie stark gekürzt wird, ohne dass die Qualität leidet“, betont Riedler. Nach seinen Einschätzungen könnten österreichweit mehrere hundert Stellen betroffen sein, berichtet die Krone.

Aufnahmestopp in der Verwaltung

An der Universität Graz laufen die Vorbereitungen bereits. Schon im kommenden Jahr sollen die Sachausgaben um 16 Prozent reduziert werden. Gespart wird unter anderem in den Bereichen Marketing und Kommunikation.

Da rund 80 Prozent der Ausgaben auf Personalkosten entfallen, bleibt auch die Verwaltung nicht verschont. Dort gilt bereits ein Aufnahmestopp. Bis Ende 2027 sollen 50 Stellen – rund zehn Prozent des Verwaltungsbereichs – abgebaut werden.

Kündigungen sollen nach Möglichkeit vermieden werden. Stattdessen setzt die Universität auf natürliche Abgänge wie Pensionierungen.

Auch Studierende werden die Sparmaßnahmen zu spüren bekommen.

Geplant ist, die Zahl externer Lehraufträge zu reduzieren. Dadurch wird das Angebot an Lehrveranstaltungen, Seminaren und Wahlfächern kleiner werden.

„Das bedeutet auch, dass die Auswahlmöglichkeiten für Studierende abnehmen“, räumt der Rektor ein.

Kleine Studienfächer sollen erhalten bleiben

Trotz des finanziellen Drucks spricht sich Riedler klar für den Erhalt sogenannter Orchideenfächer aus.

Eine Volluniversität müsse auch kleinere geisteswissenschaftliche Studienrichtungen anbieten. Bildung dürfe sich nicht ausschließlich an wirtschaftlichen Interessen orientieren.

Gerade in Zeiten von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz seien geisteswissenschaftliche Disziplinen unverzichtbar, um demokratische Prozesse, gesellschaftliche Entwicklungen und technologische Veränderungen kritisch zu begleiten.

Der Rektor warnt außerdem vor langfristigen Folgen für den Forschungsstandort.

Graz profitiere in besonderem Maß vom engen Zusammenspiel zwischen Universitäten und Unternehmen. Weniger Forschung könne daher nicht nur Innovationen bremsen, sondern auch wirtschaftliche Auswirkungen haben – etwa auf internationale Kooperationen oder den Konferenztourismus.

Für Riedler steht fest: Sparen sei notwendig, dürfe jedoch nicht zulasten jener Bereiche gehen, die den Wissenschaftsstandort Österreich langfristig stärken.