Nach intensiven politischen Verhandlungen steht fest: Die Spritpreisbremse bleibt vorerst doch weiter bestehen, allerdings in deutlich abgespeckter Form. Kurz vor dem Auslaufen der Maßnahme einigten sich Vertreter von NEOS, dem Wirtschaftsministerium unter Führung der ÖVP sowie dem von der SPÖ geführten Finanzministerium auf eine Verlängerung.

Die bisherige Entlastung von 10 Cent pro Liter wird schrittweise zurückgenommen. Ab sofort sinkt der Abschlag auf 7 Cent, ab Mitte Mai sogar auf nur noch 4,5 Cent. Ende Mai soll die Situation erneut bewertet werden – ein endgültiger Kurs ist damit weiterhin offen.

Deutlicher Preisrückgang seit April

Unabhängig von der politischen Maßnahme zeigt sich seit Anfang April eine klare Entwicklung an den Zapfsäulen. Laut Auswertung des Verkehrsclub Österreich auf Basis von Daten der E-Control sind die Preise in allen Bundesländern gesunken.

Im österreichweiten Durchschnitt fiel der Preis für Superbenzin um 12 Cent, während Diesel um 25 Cent günstiger wurde.

Steiermark mit stärkstem Rückgang

Besonders deutlich fiel die Entlastung in der Steiermark aus. Ende April lag der Preis für einen Liter Diesel bei 1,938 Euro – ein Rückgang um 26 Cent im Vergleich zum 1. April. Auch Superbenzin wurde günstiger, wenn auch weniger stark: Der Preis sank um 13 Cent auf 1,740 Euro pro Liter.

Damit zählt die Steiermark zu den günstigeren Regionen im Bundesländervergleich. Am anderen Ende der Skala liegt Tirol, wo Autofahrer weiterhin deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Dort kostete ein Liter Super Ende April 1,799 Euro, Diesel lag sogar bei 1,979 Euro.

Kritik bleibt laut – Entlastung reicht vielen nicht aus

Trotz der gesunkenen Preise bleibt die Kritik an der Maßnahme bestehen. Für viele Betroffene ist die Entlastung, die die Spritpreisbremse bietet, nicht ausreichend, um die steigenden Kosten im Alltag wirklich abzufedern.

Walter Semlitsch von der steirischen Pendlerinitiative bringt diese Unzufriedenheit klar zum Ausdruck: „Aus meiner Sicht war das von Anfang an ein Tropfen auf den heißen Stein und de facto bringt es überhaupt niemandem etwas. Da gibt es ja viele, viele Beispiele: Halbtagskräfte, Alleinerziehende, Mütter und Väter, die ja ihr Kind vorher in die Kinderkrippe bringen müssen, die brauchen einfach ihr Auto und denen muss geholfen werden. Auf jeden Fall und sofort!“

Seine Forderung geht deutlich weiter: „Das Problem ist das, dass die Fahrt hin zur Arbeit einfach zu teuer geworden ist und da muss es günstigere Spritpreise geben. Ich fordere nach wie vor 50 Cent Entlastung für alle, die auf das Auto angewiesen sind, um ihr tägliches Brot zu verdienen.“