Bisher wurden fleißige Pensionisten vom Fiskus oft abgestraft: Wer dazuverdiente, rutschte schnell in eine hohe Steuerklasse. Damit ist ab 2027 Schluss. Mit einem Steuerfreibetrag von 15.000 Euro pro Jahr und dem Wegfall der Arbeitnehmer-Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 10,25 Prozent zündet die Regierung den Turbo für die „Aktivpension“.
Zuverdiener: Pension plus Job bringt Tausender
Wer bereits Pension bezieht und zusätzlich arbeitet, kann sich über deutliche Entlastungen freuen. Schon ein kleiner Nebenjob macht sich bemerkbar: Bei 1.700 Euro Pension und 500 Euro Zuverdienst bleiben jährlich 1.630 Euro mehr übrig.
Spannend wird es bei höheren Beträgen: Wer 2.000 Euro Pension bezieht und ebenso viel dazuverdient, kommt auf eine Entlastung von 7.668 Euro pro Jahr. Selbst bei Spitzenwerten bleibt der Effekt stark – bei 3.000 Euro Pension und 3.000 Euro Zuverdienst sind es 8.296 Euro jährlich.
Auch andere Kombinationen zeigen deutliche Vorteile: Bei 2.400 Euro Pension und 1.250 Euro Zuverdienst ergibt sich ein Plus von 6.099 Euro pro Jahr.
Aufschieber: Später in Pension zahlt sich aus
Auch diejenigen, die den Ruhestand hinauszögern, profitieren. Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 3.200 Euro beträgt die jährliche Entlastung 6.805 Euro.
Bei einem Einkommen von 4.000 Euro steigt der Vorteil auf 7.269 Euro pro Jahr. Damit wird längeres Arbeiten finanziell deutlich belohnt.
Anspruch nur bei langer Erwerbsbiografie
Nicht jeder kommt automatisch in den Genuss dieser Vorteile. Voraussetzung sind viele Jahre im Berufsleben:
– Männer benötigen 480 Versicherungsmonate (40 Jahre)
– Frauen aktuell 408 Monate (34 Jahre)
Ab 2028 wird die Grenze für Frauen schrittweise angehoben, bis 2033 Gleichstand erreicht ist.
Ein zentraler Hebel ist der Wegfall der Sozialabgaben: Die 10,25 Prozent Arbeitnehmeranteil entfallen vollständig. Sozialministerin Korinna Schumann spricht von einem „echten Anreiz ohne Zwang“.
Kritik: Viele Frauen könnten leer ausgehen
Kritik kommt vor allem von Seniorenorganisationen. Der Grund: Viele Frauen erreichen die nötigen Versicherungsjahre aufgrund von Teilzeitarbeit oder Kindererziehung nicht.
Das Gesetz geht nun in Begutachtung. Für rund 150.000 Menschen im Pensionsalter, die bereits arbeiten, könnte das Modell bald spürbare Vorteile bringen – und das Jahr für Jahr.

Kommentare
Lädt Kommentare...