Die wirtschaftliche Verwundbarkeit des Irak zeigt sich in dieser Krise mit brutaler Klarheit. Rund 90 % der Staatseinnahmen stammen aus dem Ölgeschäft – eine einseitige Abhängigkeit, die sich nun rächt. Der Großteil dieses Öls wird über die Straße von Hormus exportiert, jene strategisch zentrale Meerenge am Ausgang des Persischen Golfs, die aktuell faktisch blockiert ist.
Mit der Eskalation hat der Iran den Schiffsverkehr massiv eingeschränkt. Die Folge: Der Export irakischen Rohöls kommt nahezu zum Stillstand. Medienberichten zufolge, ist die Ölproduktion im Süden des Landes ist um mehr als 70 % eingebrochen. Förderanlagen arbeiten nur noch eingeschränkt, viele wurden aus Sicherheitsgründen heruntergefahren. Selbst große Felder wie Zubair, die zuvor etwa 400.000 Barrel täglich produzierten, kommen inzwischen nur noch auf rund 250.000 Barrel pro Tag.
Gleichzeitig ist auch der Import von Waren drastisch eingebrochen. Die Häfen im Süden des Landes verzeichnen mittlerweile nur noch etwa halb so viel Warenverkehr wie vor Kriegsbeginn. Auch der Grenzverkehr zum Iran wurde durch Angriffe weitgehend unterbrochen.
Zwischen den Fronten: Irak als geopolitisches Spannungsfeld
Anders als viele Nachbarstaaten ist der Irak in einer besonders heiklen Lage. Das Land beherbergt sowohl pro-iranische Milizen als auch bedeutende US-Militärstützpunkte. Diese doppelte Verankerung macht es zur Zielscheibe für beide Seiten.
Teherans Kalkül: Ausnahmen mit politischer Botschaft
Inmitten dieser angespannten Lage hat der Iran nun jedoch eine überraschende Entscheidung, zugunsten des Iraks getroffen. Laut der Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi erklärte Teheran am 5. April, dass irakische Schiffe von den Beschränkungen in der Straße von Hormus ausgenommen seien.
Ibrahim Zolfaqari, Sprecher des iranischen Zentralkommandos Khatam al Anbiya, bestätigte gegenüber der halbamtlichen Agentur Tasnim, dass diese Sonderregelung ausschließlich für den Irak gelte. Schiffe aus den Vereinigten Staaten, Israel sowie aus Ländern, die diese unterstützen, bleiben hingegen weiterhin von den Restriktionen betroffen.

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