Der Energieversorger TIWAG hat zwei neue Modelle vorgestellt: „dual fix privat“ und „dual fix business“. Sie richten sich an Haushalte sowie an Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von bis zu 100.000 Kilowattstunden.

Ziel ist es, Kunden gegen Preissteigerungen abzusichern. Laut Unternehmen bleibe der Arbeitspreis über einen Zeitraum von zwei Jahren stabil – trotz unsicherer Inflationsentwicklung. Vorstandsdirektor Michael Kraxner betont, dass damit nicht nur Preisstabilität geschaffen werde, sondern auch Vorteile aus heimischer und europäischer Energieerzeugung weitergegeben würden.

Strom günstiger – aber nur zu bestimmten Zeiten

Ein zentrales Element des neuen Tarifs ist die zeitabhängige Preisstruktur. Zwischen 1. April und 30. September wird Strom täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr deutlich günstiger angeboten. In diesem Zeitraum sinkt der Preis auf 4,9 Cent netto zuzüglich eines reduzierten Netztarifs – etwa die Hälfte des üblichen Arbeitspreises. Wer seinen Stromverbrauch gezielt in diese Zeitfenster verlagert, kann also spürbar sparen.

Voraussetzungen: Aktiv werden und Technik nutzen

Der neue Tarif ist allerdings kein automatisches Angebot. Kunden müssen aktiv wechseln und zusätzlich sicherstellen, dass ihr Smartmeter eine viertelstündliche Verbrauchserfassung ermöglicht. Nur so kann der zeitabhängige Tarif korrekt abgerechnet werden.

Die Anmeldung erfolgt über das Kundenportal, alternativ ist auch eine persönliche Umstellung im Kundenbüro möglich, erklärte Vertriebsleiter Christian Nagele dem ORF.

Einsparpotenzial je nach Verbrauch

Das mögliche Einsparvolumen hängt stark vom individuellen Verbrauchsverhalten ab. Ein durchschnittlicher Haushalt kann laut TIWAG rund 60 Euro pro Jahr sparen. Haushalte mit höherem Strombedarf – etwa durch E-Autos oder Wärmepumpen – könnten sogar Einsparungen von bis zu 150 Euro jährlich erzielen.

Das Tarifmodell soll nicht auf einen Anbieter beschränkt bleiben. Auch die Innsbrucker Kommunalbetriebe planen, ähnliche Angebote einzuführen und damit die Preisstruktur weiter zu verbreiten.

Sozialtarif bringt zusätzliche Entlastung

Parallel dazu ist seit 1. April österreichweit ein neuer Sozialtarif für Strom in Kraft. Dieser richtet sich an einkommensschwächere Haushalte und bietet ein vergünstigtes Stromkontingent. Anspruchsberechtigte zahlen für die ersten 2.900 Kilowattstunden nur sechs Cent netto pro Kilowattstunde – deutlich unter dem aktuellen Marktniveau.

Insgesamt sollen rund 290.000 Haushalte beziehungsweise etwa 600.000 Personen davon profitieren.

Anspruch haben Personen, die vom ORF-Beitrag befreit sind und zusätzlich eine Pension oder Sozialleistung beziehen, etwa Pflegegeld, Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung oder Sozialhilfe.