Um die angespannten Staatsfinanzen zu stabilisieren, setzt die Deutsche Bundesregierung unter anderem auf eine Anhebung der Tabaksteuer.

Ein Referentenentwurf aus dem Bundesfinanzministerium sieht vor, die Tabaksteuer bis zum Jahr 2030 in insgesamt vier Schritten anzuheben. Bereits zum 1. Januar 2027 soll die erste Erhöhung in Kraft treten.

Zigaretten werden deutlich teurer

Für Raucher bedeutet die geplante Reform zusätzliche Belastungen. Eine Packung Zigaretten, die Anfang 2027 voraussichtlich rund 8,80 Euro kostet, könnte nach den Berechnungen des Bundesfinanzministeriums bis zum Jahr 2030 auf etwa 11,40 Euro steigen.

Während die Bundesregierung bereits höhere Tabakabgaben plant, gehen die Forderungen aus dem Gesundheitswesen noch deutlich weiter.

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, spricht sich für eine noch drastischere Verteuerung von Tabak- und Alkoholprodukten aus. Aus seiner Sicht seien die heutigen Preise viel zu niedrig, um insbesondere junge Menschen wirksam vom Konsum abzuhalten.

Gassen argumentiert, dass Rauchen und Alkoholkonsum häufig bereits im Jugendalter beginnen. Ärzte und Kliniken müssten später lediglich die gesundheitlichen Folgen behandeln, anstatt den Einstieg in den Konsum verhindern zu können.

Sein Ansatz lautet deshalb: Prävention über den Preis. Eine Packung Zigaretten für 20 Euro würde Jugendlichen den Zugang erheblich erschweren und den Einstieg in das Rauchen deutlich unattraktiver machen.

Shisha-Raucher besonders stark betroffen

Noch wesentlich drastischer fallen die geplanten Änderungen für Wasserpfeifentabak aus.

Nach einem Gesetzentwurf, der der dpa vorliegt, soll die Steuerbelastung von derzeit rund 56 Euro je Kilogramm bis 2030 schrittweise auf 188,46 Euro steigen.

Die Folgen für Verbraucher wären erheblich. Kostet ein Kilogramm verkaufsfertiger Wasserpfeifentabak derzeit durchschnittlich rund 139 Euro, könnte sich der Endpreis künftig auf etwa 250 bis 300 Euro erhöhen.

Auch die im Handel weit verbreitete 200-Gramm-Dose würde sich massiv verteuern. Während sie aktuell rund 27,90 Euro kostet, könnten Verbraucher künftig bis zu 60 Euro bezahlen. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 lag der Verkaufspreis noch bei etwa 15,90 Euro.

Verband warnt vor Schwarzmarkt

Der Bundesverband Wasserpfeifentabak reagierte mit scharfer Kritik auf die Pläne. Nach Einschätzung des Verbandes würden derart hohe Steuerbelastungen legale Anbieter massiv benachteiligen und gleichzeitig den illegalen Handel attraktiver machen. Man befürchte, dass ein erheblicher Teil der Nachfrage künftig auf den Schwarzmarkt ausweichen könnte.

Hinzu komme, dass Wasserpfeifentabak überwiegend aus Glycerin, Melasse und Aromastoffen bestehe. Der eigentliche Tabakanteil liege lediglich zwischen zehn und 15 Prozent. Dadurch falle die effektive Besteuerung des tatsächlich enthaltenen Tabaks besonders hoch aus.