Am Standort Schaftenau in Tirol legten am Mittwoch hunderte Mitarbeiter des Pharmakonzerns Novartis ihre Arbeit nieder, um den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen. Bereits am Montag kam es zu Streiks.

Verhandlungen stecken weiterhin fest

Seit Wochen ringen die Gewerkschaften GPA und PRO-GE mit den Arbeitgebervertretern der chemischen Industrie um einen neuen Kollektivvertrag. Bislang blieb eine Einigung jedoch aus.

Die Arbeitnehmervertreter fordern eine dauerhafte Anhebung der Löhne und Gehälter um drei Prozent. Nach ihrer Auffassung sei dies notwendig, um die Kaufkraft der Beschäftigten zu sichern und die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen.

Die Arbeitgeberseite hält dagegen und verweist auf die wirtschaftlichen Unsicherheiten der Branche. Das bisherige Angebot sieht lediglich eine Erhöhung von 0,5 Prozent vor.

Alternativ wurde eine Gehaltsanhebung von insgesamt zwei Prozent angeboten, die allerdings auf zwei Jahre verteilt und erst ab Oktober 2026 wirksam werden soll. Ergänzend steht eine Einmalzahlung von 300 Euro im Raum. Für die Gewerkschaften reicht dies jedoch nicht aus.

Rund 350 Beschäftigte setzen Zeichen

Am Mittwochvormittag verschärfte sich der Konflikt am Novartis-Standort Schaftenau im Bezirk Kufstein.

Trotz regnerischen Wetters beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaften rund 350 Beschäftigte an einem zweistündigen Warnstreik. Mit der Arbeitsniederlegung wollten sie ihre Forderungen nach einem aus ihrer Sicht fairen Gehaltsabschluss unterstreichen.

Begleitet wurde die Aktion von Betriebsräten und Gewerkschaftsvertretern, die den Arbeitnehmern ihre Unterstützung zusicherten. Für die Beschäftigten gehe es nicht nur um Lohnerhöhungen, sondern auch um die grundsätzliche Anerkennung ihrer Leistung in einer wirtschaftlich bedeutenden Branche.

Bereits zuvor Warnstreiks in Kundl

Die Arbeitsniederlegung in Schaftenau war nicht die erste Protestaktion dieser Tarifrunde. Bereits zu Wochenbeginn hatten rund 400 Beschäftigte der Pharmaunternehmen Novartis und Sandoz am Standort Kundl für zwei Stunden die Arbeit niedergelegt. Auch dort sollte mit einem Warnstreik zusätzlicher Druck auf die laufenden Verhandlungen ausgeübt werden.