Wer heute ein Einfamilienhaus kaufen möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor einigen Jahren. Nach Angaben von Marktteilnehmern, über die der ORF berichtete, haben sich die Preise für Wohnhäuser in Kärnten zwischen 2015 und 2025 mehr als verdoppelt.
Bereits in Regionen außerhalb der größten Ballungszentren liegen die Kaufpreise häufig bei über 300.000 Euro. Im Zentralraum rund um Klagenfurt müssen Interessenten oftmals noch deutlich höhere Summen einplanen.
Ohne Erbe wird der Immobilienkauf zunehmend schwierig
Besonders betroffen sind junge Menschen, die sich erstmals Wohneigentum aufbauen möchten. Während frühere Generationen häufig mit eigenen Ersparnissen und klassischen Bankkrediten den Weg ins Eigenheim schafften, reicht dies heute oft nicht mehr aus.
Viele Marktbeobachter sehen einen klaren Trend: Wer über keine familiäre Unterstützung oder geerbtes Vermögen verfügt, hat es deutlich schwerer, die notwendigen Eigenmittel aufzubringen.
Zu wenige Häuser für eine hohe Nachfrage
Einer der Hauptgründe für die explodierenden Kosten, ist die Angebotsknappheit auf dem Kärntner Immobilienmarkt. Nach Angaben von Immobilienexperten stehen mittlerweile deutlich weniger Objekte zum Verkauf, als nachgefragt werden.
Die Zahl der Interessenten wächst hingegen weiter. Kärnten profitiert seit Jahren von Zuzug aus anderen Regionen. Nach Einschätzung von Maklern stammen inzwischen rund 30 % der Kunden aus Deutschland.
Neubau bleibt hinter dem Bedarf zurück
Zwar rechnen Branchenvertreter für Österreich insgesamt mit einer leichten Belebung der Bautätigkeit. Für das Jahr 2026 werden vom WKO rund 27.000 fertiggestellte Wohneinheiten erwartet. Im Jahr zuvor waren es etwa 24.500.
Von einer Entspannung des Marktes kann jedoch noch keine Rede sein. Die Zahl neuer Wohnungen liegt weiterhin deutlich unter dem tatsächlichen Bedarf.
Besonders Kärnten zählt weiterhin zu den Regionen mit einer vergleichsweise geringen Neubauleistung. Nach aktuellen WKO-Erhebungen entstehen derzeit lediglich rund 2,2 neue Wohneinheiten pro 1.000 Einwohner und damit deutlich weniger als im österreichischen Durchschnitt.
Banken bleiben trotz KIM-Ende vorsichtig
Zusätzliche Hürden ergeben sich bei der Finanzierung. Zwar ist die KIM-Verordnung mit ihren strengen Kreditvorgaben mittlerweile ausgelaufen, viele Banken orientieren sich jedoch weiterhin an den früheren Richtwerten.
Vor allem die Vorgabe, dass die monatliche Kreditrate nicht mehr als 40 % des Nettoeinkommens ausmachen sollte, spielt bei vielen Finanzierungsentscheidungen nach wie vor eine wichtige Rolle.

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