Mit Beginn der Hauptausschreibung für das Schuljahr 2026/27 sind in Tirol über 600 Lehrerstellen ausgeschrieben. Die offenen Positionen betreffen nahezu alle Schulformen – von Volksschulen über Mittelschulen bis hin zu Gymnasien und berufsbildenden Einrichtungen.
Die Bewerbungsphase läuft noch bis zum 8. Mai. Wer in dieser Runde keine Anstellung findet, erhält weitere Chancen bei den Nebenausschreibungen, die Mitte Juni, Anfang Juli und Ende August folgen.
Pflichtschulen im Fokus – klassische Fächer besonders gefragt
Ein genauer Blick zeigt: Der Bedarf ist nicht überall gleich verteilt. Besonders groß ist der Personalbedarf an den Allgemeinbildenden Pflichtschulen. Dort sind laut Bildungsdirektion Tirol 191 Stellen ausgeschrieben. Gesucht werden vor allem Lehrkräfte für Deutsch, Englisch, Mathematik und Sport.
Direktionsposten bleiben oft unbesetzt
Besonders deutlich zeigt sich die Problematik bei Führungspositionen. Bis Anfang März waren landesweit mehrere Schuldirektionen ausgeschrieben – doch das Interesse blieb gering.
Im Pflichtschulbereich standen 21 Leitungsstellen zur Verfügung: Zehn davon erhielten keine einzige Bewerbung. Acht Positionen fanden nur einen Interessenten, zwei jeweils zwei Bewerber – und lediglich eine Stelle zog drei Kandidaten an.
Diese Zahlen unterstreichen, wie unattraktiv Leitungsfunktionen im aktuellen System für viele geworden sind.
Gewerkschaft sieht strukturelle Probleme
Die Gründe für die Zurückhaltung sind vielfältig. Laut Gewerkschaft spielen insbesondere bürokratische Anforderungen und strukturelle Belastungen eine zentrale Rolle.
Peter Spanblöchl, Vorsitzender der Pflichtschullehrergewerkschaft in Tirol, erklärte im Gespräch mit dem ORF: „Es gibt sehr viel Bürokratie abzuwickeln, außerdem haben wir in Tirol ein sehr großes Kleinschulwesen, wo die Belastung zum Teil doppelt so groß ist.“

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