Fachmarktgebiete haben in Österreich über Jahrzehnte eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte geschrieben. Heute fließen rund 26 Prozent der gesamten Kaufkraft in solche Standorte, die meist aus mehreren Fachmärkten und Handelsketten an Stadteinfahrten bestehen.
Seit dem Jahr 2000 konnte dieser Handelsbereich seinen Marktanteil von 25 auf 36 Prozent steigern.
Gleichzeitig zeigen sich jedoch zunehmend strukturelle Schwächen. Die Konsumzurückhaltung vieler Verbraucher, die Verlagerung von Umsätzen ins Internet und Insolvenzen großer Handelsketten hinterlassen immer deutlichere Spuren. Leerstände häufen sich.
Die Nachwirkungen der kika-Leiner-Pleite
Besonders stark wirkt bis heute die Insolvenz von kika/Leiner nach. Die Schließung zahlreicher Möbelhäuser hat in vielen Bundesländern große Lücken hinterlassen.
In Kärnten liegt die Leerstandsquote in Fachmarktzentren mittlerweile bei rund acht Prozent. Ein Großteil dieser ungenutzten Flächen geht direkt auf ehemalige Standorte der insolventen Möbelhauskette zurück.
Wie Roman Schwarzenegger von Standort + Markt erläutert, entfallen rund 64 Prozent der leerstehenden Flächen auf frühere kika-Leiner-Immobilien.
Leerstände nehmen österreichweit zu
Die Entwicklung beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Fachmarktzentren. Auch in Innenstädten häufen sich ungenutzte Geschäftsflächen.
Besonders deutlich zeigt sich die Krise im Modehandel. Laut einer aktuellen Studie des Instituts für Österreichs Wirtschaft bleiben mittlerweile 42 Prozent aller aufgegebenen Modegeschäfte dauerhaft unbesetzt. Nur etwa ein Drittel der frei werdenden Flächen wird erneut von einem Modehändler übernommen.
Konsumenten kaufen anders ein
Ein wesentlicher Grund für diese Entwicklung liegt im veränderten Kaufverhalten der Verbraucher. Steigende Lebenshaltungskosten haben dazu geführt, dass viele Haushalte ihre Ausgaben stärker priorisieren. Kleidung besitzt für zahlreiche Konsumenten nicht mehr denselben Stellenwert wie noch vor einigen Jahren.
Onlinehandel gewinnt weiter an Bedeutung
Parallel dazu wächst der Einfluss des Internets auf den Handel kontinuierlich. Mittlerweile wird bereits etwa jeder zweite Modekauf online abgewickelt. Besonders stark profitieren davon internationale Plattformen wie Shein oder Temu, die mit aggressiven Preisen und riesigen Produktauswahlen vor allem jüngere Käufergruppen ansprechen.

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