Die Nachricht über das mögliche Interesse von Castlelake löste bei Anlegern sofort Kauflaune aus. Wie Reuters berichtete, sprang die Easyjet-Aktie an der Londoner Börse am Montag zeitweise um bis zu 13 Prozent nach oben und erreichte den höchsten Stand seit Anfang März.
Damit konnte die Fluggesellschaft einen Teil der Verluste wettmachen, die sich im Verlauf der vergangenen Monate aufgebaut hatten. Seit Jahresbeginn hatte die Aktie zeitweise rund 16 Prozent an Wert verloren. Belastet wurde der Kurs unter anderem durch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und die Folgen des Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran.
Milliardenbewertung trotz schwieriger Marktphase
Aktuell wird Easyjet an der Börse mit rund 3,3 Milliarden britischen Pfund bewertet. Das entspricht umgerechnet etwa 3,9 Milliarden Euro.
Trotz dieser Größenordnung befindet sich das Unternehmen nach wie vor unter dem Niveau früherer Bewertungen. Auf Sicht von zwölf Monaten verlor die Aktie nahezu ein Viertel ihres Wertes.
Genau solche Situationen machen Fluggesellschaften häufig zu potenziellen Übernahmekandidaten. Investoren wittern Chancen, wenn Marktwerte deutlich unter den langfristigen Erwartungen liegen.
Castlelake hält sich noch bedeckt
Die US-Investmentgesellschaft bestätigte zwar die laufenden Überlegungen, betonte jedoch zugleich, dass sich die Gespräche in einem sehr frühen Stadium befinden.
Derzeit gebe es keinerlei Garantie, dass tatsächlich ein offizielles Kaufangebot abgegeben werde. Nach Angaben des Unternehmens fanden bislang auch noch keine Gespräche mit dem Verwaltungsrat von Easyjet statt.
Easyjet verweist auf solide Geschäftslage
Beim Management der britischen Billig-Airline gibt man sich derweil selbstbewusst. Der Verwaltungsrat erklärte, jedes potenzielle Angebot sorgfältig prüfen zu wollen. Gleichzeitig betonte das Unternehmen seine stabile finanzielle Situation.
Easyjet verfüge über eine starke Bilanz und halte weiterhin an seinem mittelfristigen Ziel fest, einen Vorsteuergewinn von mehr als einer Milliarde Pfund zu erzielen.
Mit dieser Botschaft signalisiert die Unternehmensführung quasi, dass sie sich nicht unter finanziellem Druck sieht und nur bei entsprechend attraktiven Konditionen über einen Verkauf nachdenken würde.

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