Mercedes-Benz muss in den USA mehr als 24.000 Fahrzeuge der E- und S-Klasse in die Werkstatt holen. Grund ist ein möglicher Defekt an der Kardanwelle, der im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass das Auto schlagartig keinen Vortrieb mehr hat.
Warnzeichen: Geräusche, Vibrationen – dann droht Totalausfall
Im Fokus steht das Kreuzgelenk der Kardanwelle. Laut den Behördenunterlagen kann dieses Bauteil vorzeitig verschleißen. Zunächst könne Fett austreten, später seien Geräusche und Vibrationen möglich. Im weiteren Verlauf drohe im schlimmsten Fall ein Ausfall des Gelenks – mit gravierenden Folgen: Die Kraftübertragung kann abrupt unterbrochen werden, das Fahrzeug verliert ohne Vorwarnung den Antrieb.
Mercedes untersuchte Problem seit Monaten
Wie das Fachmagazin auto motor und sport berichtete, begann Mercedes bereits im Oktober 2025 mit internen Untersuchungen, nachdem ein Fahrzeug ohne Vorwarnung den Vortrieb verloren hatte. Zuvor hatten Kunden über auffällige Geräusche aus dem Bereich der Kardanwelle geklagt.
Auch das Portal Autoevolution berichtete, dass Mercedes im Zuge der Analyse umfangreiche Tests durchführte – darunter auch Dauerläufe mit gezielt vorgeschädigten Bauteilen. Bis Anfang 2026 seien demnach rund 30 Garantieansprüche im Zusammenhang mit dem Problem registriert worden.
Als Ursache nennt Mercedes laut den Berichten fehlerhafte Parameter im Produktionsprozess eines Zulieferers. Die betroffenen Komponenten stammen vom deutschen Antriebswellenspezialisten IFA Group.
Diese Mercedes-Modelle sind betroffen
Nach Angaben der NHTSA betrifft der Rückruf mehrere Modelle mit 4MATIC-Allradantrieb und 9G-TRONIC-Automatik, darunter:
– E-Klasse Limousine und T-Modell (Baureihe 213)
– E-Klasse Coupé und Cabriolet (Baureihe 238)
– S-Klasse Limousine (Baureihe 222)
– S-Klasse Coupé und Cabriolet (Baureihe 217)
US-Medien berichteten zudem, dass darunter unter anderem Versionen wie E 400, E 450, S 450 und S 560 fallen.
Kunden müssen in die Werkstatt – Reparatur gratis
Mercedes will die Kardanwelle in den betroffenen Fahrzeugen prüfen. Wird Verschleiß am Kreuzgelenk festgestellt, soll die komplette Kardanwelle ersetzt werden. Für die Kunden ist die Maßnahme kostenlos.
Laut US-Medien sollen Halter ab Juni 2026 informiert werden. Ob auch Fahrzeuge in Europa oder in Deutschland betroffen sind, ist bislang offen.

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