Der Grund liegt auf der Hand: steigende Preise, unsichere geopolitische Entwicklungen und die Sorge vor weiteren Kostensteigerungen setzen der Urlaubsfreude spürbar zu.
Reisebranche spürt Zurückhaltung – Nachfrage bleibt, aber zögerlich
In den heimischen Reisebüros ist diese Entwicklung längst angekommen. Von einem generellen Einbruch der Reiselust kann zwar keine Rede sein, doch das Verhalten der Kunden hat sich deutlich verändert. Entscheidungen werden nicht mehr spontan getroffen, sondern wohlüberlegt und oft hinausgezögert.
So beschreibt Mirjam Kurtz von Blaguss Reisen die aktuelle Lage als ruhiger: Kunden würden genauer vergleichen und sich mehr Zeit nehmen. Ähnlich äußert sich Patrick Lendl von Ruefa Reisen. Während klassische Pauschalreisen im Mittelmeerraum preislich stabil bleiben könnten, zeichnen sich vor allem bei Fernreisen höhere Kosten ab. Haupttreiber ist hier der gestiegene Kerosinpreis, der Flugtickets verteuern kann.
Angst vor nachträglichen Preissteigerungen
Ein Unsicherheitsfaktor sorgt jedoch für zusätzliche Zurückhaltung: die Befürchtung, dass gebuchte Reisen im Nachhinein teurer werden könnten. Gerade bei Flügen stellt sich für viele die Frage, ob steigende Treibstoffkosten noch nachträglich auf den Kunden umgelegt werden.
Laut Konsumentenschützer Christian Koisser von der Arbeiterkammer ist dies bei Flugtickets jedoch nur eingeschränkt möglich. Eine nachträgliche Preisanpassung sei grundsätzlich nur zulässig, wenn sie vertraglich klar geregelt wurde – was in der Praxis selten vorkomme.
Pauschalreisen mit Spielraum – aber klaren Grenzen
Anders verhält es sich bei Pauschalreisen. Hier existiert eine gesetzliche Grundlage für Preisänderungen nach Vertragsabschluss. Allerdings sind diese an klare Bedingungen geknüpft: Anpassungen müssen spätestens 20 Tage vor Reisebeginn mitgeteilt werden und dürfen maximal 8 % des ursprünglichen Reisepreises betragen. Wird diese Grenze überschritten, haben Kunden ein Rücktrittsrecht.
Reisezahlen zeigen gemischtes Bild
Ein Blick auf die Daten aus dem letzten Jahr zeigt überrascht: Im Jahr 2025 erreichte die Zahl der österreichischen Urlauber laut Statistik Austria mit 5,95 Millionen noch einen neuen Höchststand – Was in diesem Jahr wohl nur schwer übertroffen werden könnte. Gleichzeitig ging die Gesamtzahl der Reisen jedoch um 1,8 % auf rund 27 Millionen zurück.
Auch im Detail zeigt sich eine leichte Abkühlung: Inlandsreisen sanken um 2 % auf 12,8 Millionen, Auslandsreisen um 1,6 % auf 14,3 Millionen. Besonders deutlich fiel der Rückgang bei Geschäftsreisen aus, die um rund ein Zehntel zurückgingen. Zudem verzichtete fast ein Viertel der Bevölkerung vollständig auf eine Urlaubsreise.

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