Es sind deutliche Worte, die Gerhard Steger am Sonntagabend im ORF-„Gespräch” wählte. Der ehemalige Budgetchef im Finanzministerium, einer der renommiertesten Haushaltsfachleute des Landes, ließ an den bisherigen Sparmaßnahmen der Bundesregierung kaum ein gutes Haar – und griff dabei zu einem drastischen Bild: „Die Hüttenhaut brennt.”
Nur ein Bruchteil des Nötigen
Der Kern seiner Kritik: Die beschlossenen Einsparungen von rund 2,5 Milliarden Euro seien zwar anzuerkennen, aber bei weitem nicht ausreichend. Steger rechnete es nüchtern vor: Der Internationale Währungsfonds habe klar festgestellt, dass Österreich 15 Milliarden Euro einsparen müsse, um die Staatsschuldenquote endlich auf einen Abwärtstrend zu bringen.
„Wenn ich mir anschaue, was die Bundesregierung als Einsparung beschlossen hat – ich respektiere jede Milliarde. Zwei Milliarden. Aber das ist viel zu wenig”, so Steger wörtlich. Man habe gerade einmal ein Sechstel des vom IWF als notwendig erachteten Volumens zusammengebracht.
„Die Hütte brennt bereits"
Besonders bemerkenswert: Steger erkennt durchaus an, dass die Krise eine gewisse politische Beweglichkeit erzeugt habe. „Da waren auf einmal Dinge möglich, die vorher nicht möglich waren”, sagte er – und spielte damit auf den jahrelangen budgetpolitischen Stillstand an, der Österreich in die aktuelle Lage gebracht hat. Doch genau das macht seine Warnung noch schärfer: Selbst in einem Moment, in dem die Politik handlungsfähiger ist als sonst, reiche das Ergebnis bei weitem nicht aus.
Seine Schlussfolgerung fiel entsprechend düster aus: „Damit werden wir unsere Enkelkinder aus dem Karren, die an die Wand fährt, nicht rauskriegen.”

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