Der Grund: Die Kosten explodieren. Energie, Personal, Abgaben und laufende Betriebsausgaben fressen die Einnahmen auf. Jeder zweite Betrieb berichtet, dass die Gewinne deutlich schwächer wachsen als die Umsätze. Viele Hoteliers sprechen mittlerweile von einer gefährlichen Schieflage. Volle Betten, aber sinkende Margen sind das Problem, wie das Beratungsunternehmen Deloitte und die Österreichische Hotelvereinigung (ÖHV) betonen.

Im Urlaub wird gespart

Hinzu kommt, dass Urlauber zwar verreisen, beim Geldausgeben aber zunehmend auf die Bremse steigen. Ob Restaurantbesuch, Wellness-Anwendung oder Zimmer-Upgrade – gespart wird an allen Ecken. Fast zwei Drittel der Betriebe melden bereits rückläufige Zusatzausgaben ihrer Gäste. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate sind pessimistisch. Fast jeder zweite Betrieb rechnet mit Verschlechterungen. „Das unterstreicht den wirtschaftlichen Druck“; sagt Andreas Kapferer von Deloitte.

Krise pur

Gute Buchungszahlen reichen eben nicht – angesichts eines „herausfordernden Umfelds“: steigende Kosten, eine hohe Steuer- und Abgabenlast sowie die geopolitischen Unsicherheiten rund um den Krieg im Nahen Osten setzten die Ertragskraft vieler Betriebe weiter unter Druck. Die Branche befinde sich im Umbruch.

Personalmangel leicht rückläufig

Ein Lichtblick zeigt sich zumindest am Arbeitsmarkt. Der jahrelange Personalmangel hat sich etwas entschärft, auch wenn viele Betriebe weiterhin offene Stellen haben. Konkret handelt es sich hierbei um 62 Prozent der befragten Tourismusunternehmen.

Dringende Reformen nötig

Die Stimmung in der Branche bleibt dennoch gedrückt. Die Tourismusbetriebe fordern dringend Reformen, denn eines ist für viele Unternehmer klar: Volle Häuser allein reichen längst nicht mehr, wenn die Gewinne dahinschmelzen. Volle Betten, leere Kassen – dieses Motto beschreibt die Lage der heimischen Tourismusbranche derzeit wohl am besten.