Am 1. April fasste die EU-Kommission unter Ursula von der Leyen einen Beschluss mit weitreichenden Folgen – und schwieg darüber. Wie Die Presse berichtet, werden künftig keine EU-Subventionen mehr für Energieprojekte vergeben, in denen Wechselrichter chinesischer Hersteller verbaut sind. Der Grund: Mehrere europäische Nachrichtendienste und die Kommission selbst haben belegt, dass China technisch in der Lage wäre, durch gezielte Abschaltung dieser Geräte ganze Stromnetze zum Zusammenbruch zu bringen. Chinesische Hersteller kontrollieren laut Kommission rund 80 Prozent des Weltmarkts für Wechselrichter – und einen ähnlich großen Anteil innerhalb der EU.
Grüne Energiewende als Einfallstor
Die bittere Ironie: Ausgerechnet jene Technologien, die Europa energieunabhängig machen sollten, haben eine gefährliche Abhängigkeit geschaffen. Wechselrichter sind bei Photovoltaik- und Windenergieanlagen unverzichtbar – sie wandeln Gleichspannung in Wechselspannung um, damit grüner Strom überhaupt ins Netz eingespeist werden kann. Eine gezielte Abschaltung dieser Geräte in großen Wind- oder Solarparks könnte zu rasanten Netzungleichgewichten und einem flächendeckenden Stromausfall führen. „Wir haben nun ausreichende Beweise, die belegen, dass bestimmte Drittstaaten die technischen Möglichkeiten haben, Blackouts in der EU durch Wechselrichter zu verursachen”, sagte ein Kommissionsbeamter.
Japan, Südkorea und USA als Alternativen
Der Subventionsbann trifft nicht nur direkte EU-Förderungen, sondern auch Finanzierungen über die Europäische Investitionsbank und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Die EIB finanziert eine große Mehrheit der Offshore-Windprojekte, rund 20 Prozent industrieller Solaranlagen und 30 Prozent der Windparks an Land – ihr Portfolio umfasst rund 17 Milliarden Euro. Als Alternativen setzt die Kommission auf Anbieter aus Japan, Südkorea, den USA und der Schweiz. Große Kostensteigerungen erwartet Brüssel nicht: „Wechselrichter machen rund fünf Prozent der Kosten für industrielle Solaranlagen aus. Der Preiseffekt dürfte weniger als zwei Prozent Kostensteigerung ausmachen”, so der Kommissionsbeamte. Private Photovoltaikanlagen sind vom Bann übrigens nicht betroffen – bereits installierte chinesische Wechselrichter müssen nicht ausgebaut werden.
Geheimbeschluss mit Ansage
Der Beschluss vom 1. April ist laut Kommission nicht öffentlich zugänglich – er enthalte nachrichtendienstliche Erkenntnisse und sei sicherheitspolitisch sensibel. Und chinesische Wechselrichter dürften erst der Anfang sein: „Wir entwickeln schrittweise Risikoprüfungen, und es wird andere Elemente erneuerbarer Energie betreffen können, wo ähnliche Druckpunkte bestehen”, kündigte der Kommissionsbeamte an.

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