Der 2020 geschaffene Waldfonds war mit 450 Millionen Euro dotiert – später sogar um 100 Millionen aufgestockt. Subventionen für Wiederaufforstung, Waldbrandprävention und Biodiversität flossen daraus. Doch mehr als 90 Prozent des Geldes sind mittlerweile aufgebraucht, wie die Krone berichtet. Und was als Nachfolgelösung im Doppelbudget 2027/28 geplant ist, lässt Landwirte und Holzindustrie aufhorchen: Dem Vernehmen nach soll künftig nur noch ein mittlerer zweistelliger Millionenbetrag für beide Jahre zur Verfügung stehen – bisher waren es im Schnitt 70 bis 80 Millionen Euro pro Jahr. Kurzfristig stand sogar eine komplette Streichung im Raum.

Totschnig kämpft – Finanzminister gibt kaum nach

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig bestätigt, sich „in den aktuellen Budgetverhandlungen für eine Nachfolgelösung für den Waldfonds einzusetzen” – er bezeichnet ihn als „Erfolgsmodell”. Als Zugeständnis des Finanzministeriums bekam er bereits die Verlängerung des steuerbegünstigten Agrardiesels – beim Waldfonds ist der Spielraum jedoch geschrumpft.

Auch die Holzindustrie drängt auf eine Neuauflage. „Dieser unterstützt den klimafitten Waldumbau und schafft zugleich Anreize für die Holzverwendung”, betont Erlfried Taurer, Obmann des Fachverbandes der Holzindustrie Österreichs. Der neue Fonds könnte zudem unter dem Namen „Resilienzfonds” firmieren – und rund 40 Millionen Euro für Renaturierungsmaßnahmen enthalten. Für die bisherigen Förderziele bliebe dann nur noch ein kleinerer Betrag übrig.

Kritik von allen Seiten

Der Waldfonds war nie unumstritten. Der Rechnungshof beanstandete bereits die Förderpraxis und mangelnde Transparenz. Eine SPÖ-Anfrage ergab, dass mehr als 50 Prozent der Förderungen den 100 reichsten Waldbesitzern zugutekamen – Abgeordnete Julia Herr sprach von einer „eklatanten Schieflage”. Auch die Neos sind skeptisch: Nationalratsabgeordnete Karin Doppelbauer plädiert für eine „Redimensionierung” und will „Wettbewerbsverzerrungen” vermeiden.

Branchenvertreter anderer Richtungen sehen in der Holzförderung ohnehin eine „steuerfinanzierte Wettbewerbsverzerrung zugunsten von Holz und zulasten anderer Baustoffe wie Stahl, Aluminium, Beton oder Zement”, wie Sebastian Spaun, Obmann des Verbands der Zementindustrie, kritisiert. Auch EU-rechtlich ist die bisherige Praxis heikel – ein Gutachten im Auftrag des Stahlbauverbands sieht darin de facto eine „versteckte Industrieförderung”.