Beim Exportforum im Pinzgau stand die Frage im Mittelpunkt, wie heimische Betriebe trotz wachsender Unsicherheiten international erfolgreich bleiben können.
Geschäfte trotz Krisenregionen
Besonders anspruchsvoll gestaltet sich das Export-Geschäft in Teilen des Nahen und Mittleren Ostens. Politische Instabilität und militärische Konflikte sorgen dort regelmäßig für Unsicherheiten und Exporteinbrüche.
Dennoch sehen viele heimischen Exporteure die Region weiterhin als attraktiven Absatzmarkt. Gerade Unternehmen mit langjährigen Partnerschaften vor Ort seien in der Lage, auch schwierige Situationen gemeinsam mit ihren Kunden zu bewältigen.
Die Fähigkeit, flexibel auf unvorhersehbare Ereignisse zu reagieren und Lieferketten kurzfristig anzupassen, werde zunehmend zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
Wirtschaftskammer sieht weiterhin Potenzial
Auch die Wirtschaftskammer Salzburg betrachtet die Krisenregionen nicht ausschließlich als Risiko. Voraussetzung sei jedoch, dass Unternehmen ihre Lieferstrukturen laufend optimieren und alternative Absatzwege entwickeln.
Gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten könne eine breitere internationale Aufstellung dazu beitragen, Schwankungen einzelner Märkte besser auszugleichen. Diese Strategie gewinnt für Salzburgs Exportwirtschaft derzeit besondere Bedeutung.
Auch US-Geschäft brach massiv ein
Im ersten Halbjahr 2025 verzeichneten Salzburger Betriebe bei ihren Ausfuhren in die USA einen historischen Einbruch. Die Exporte gingen um 41,1 Prozent zurück.
Nach Angaben der Wirtschaftskammer handelt es sich um den stärksten Rückgang, der jemals im Handel mit den USA registriert wurde.
Hintergrund war vor allem der anhaltende Zollkonflikt, der zahlreiche Branchen belastete und für erhebliche Unsicherheit sorgte.
Europa federt die Verluste ab
Trotz des drastischen Rückgangs im US-Geschäft blieb der Gesamtschaden für die Salzburger Exportwirtschaft begrenzt. Andere Absatzmärkte entwickelten sich deutlich positiver und konnten einen großen Teil der Verluste auffangen. Besonders stark wuchsen die Ausfuhren in europäische Länder wie Spanien, Ungarn, Rumänien und Großbritannien.
Auch die Schweiz erwies sich als wichtiger Stabilitätsfaktor. Dort legten die Exporte aus Salzburg besonders deutlich zu.
Dadurch fiel das gesamte Exportminus für Salzburg im ersten Halbjahr 2025 mit 1,9 Prozent wesentlich geringer aus als zunächst befürchtet.
Diversifikation wird zum Erfolgsfaktor
Die Entwicklung verdeutlicht, wie wichtig eine breite internationale Aufstellung für exportorientierte Unternehmen geworden ist. Wer sich nicht von einzelnen Märkten abhängig macht, kann geopolitische Krisen und wirtschaftliche Schocks deutlich besser abfedern.
Für viele Salzburger Betriebe lautet die zentrale Lehre daher: Neue Märkte erschließen und Lieferketten flexibel gestalten.


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