Mahle-CEO Arnd Franz macht die Lage unmissverständlich: Ohne eine Anpassung der aktuellen Regulierung könne das Unternehmen gezwungen sein, Produktionsstandorte zu schließen. Die bestehenden Pläne der EU-Kommission würden die wirtschaftliche Grundlage ganzer Geschäftsbereiche infrage stellen.

Das liegt vor allem daran, da der erzwungene Kurswechsel hin zur E-Mobilität für Unternehmen wie Mahle inprofitabel ist. Die internationale Konkurrenz, vor allem aus Fernost ist im E-Sektor zu stark vertreten. Deutsche, aber auch österreichische Unternehmen sind hier nicht wettbewerbsfähig. Das liegt daran, dass in Ländern wie China besterer Rahmenbedingungen vorherrschen. Energie ist günstiger, Bürokratie geringer und auch die Steuerbelastung niedriger.

Vor diesem Hintergrund stellt der Konzernchef klar, dass Investitionen künftig verstärkt außerhalb Europas stattfinden könnten – insbesondere in Regionen, die technologisch offener agieren und unterschiedliche Antriebsformen zulassen und günstigere Rahmenbedingungen aufweisen.

Profitabilität verbessert – Umsatz leicht rückläufig

Trotz dieser Warnungen zeigt ein Blick auf die Geschäftszahlen ein differenziertes Bild. Mahle konnte im vergangenen Jahr sein operatives Ergebnis steigern. Das bereinigte EBIT erhöhte sich von 347 Millionen Euro auf 442 Millionen Euro.

Auch die operative Marge verbesserte sich auf 3,9 Prozent, bleibt jedoch weiterhin unter dem langfristigen Ziel von sieben Prozent. Gleichzeitig ging der Umsatz leicht zurück – von 11,68 Milliarden Euro auf 11,26 Milliarden Euro.

Verbrennergeschäft bleibt stabil

Nach Einschätzung von Franz ist das Geschäft mit Verbrennungsmotoren weiterhin wirtschaftlich tragfähig. Die Nachfrage bestehe nach wie vor, die Technologie sei ausgereift und etabliert.

Gleichzeitig zwingt die Regulierung das Unternehmen dazu, dieses Segment schrittweise zurückzufahren – unabhängig von der tatsächlichen Marktentwicklung. Diese Diskrepanz zwischen politischer Vorgabe und wirtschaftlicher Realität stellt für viele Zulieferer eine zentrale Herausforderung dar.