Michelin zählt seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten Namen der internationalen Reifenindustrie. Das Unternehmen mit Sitz im französischen Clermont-Ferrand produziert jährlich mehr als 160 Millionen Reifen und erwirtschaftete im Jahr 2024 nach Angaben des Branchenportals Reifenpresse einen Umsatz von rund 26,7 Milliarden Euro.
Damit behauptete Michelin erneut die Spitzenposition unter den größten Reifenherstellern der Welt. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen sieht sich Michelin zu einschneidenden Maßnahmen gezwungen.
Bis zu 1.500 Arbeitsplätze betroffen
Nach Unternehmensangaben sollen insgesamt bis zu 1.500 Stellen in Frankreich wegfallen. Rund zwei Drittel der betroffenen Arbeitsplätze entfallen auf Verwaltungs- und Unterstützungsfunktionen, etwa ein Drittel auf den industriellen Bereich.
Der Konzern beschäftigt derzeit knapp 17.000 Mitarbeiter in Frankreich und betont gleichzeitig, auch künftig weiterhin Personal einstellen zu wollen. Die geplanten Kürzungen sollen nach Angaben des Unternehmens ausschließlich auf freiwilliger Basis erfolgen.
Beschäftigten sollen Möglichkeiten zur beruflichen Neuorientierung, Weiterbildungsprogramme sowie interne Wechselangebote zur Verfügung gestellt werden.
Kosten steigen weiter
Hinter der Entscheidung steht vor allem der zunehmende Kostendruck, mit dem sich der Konzern konfrontiert sieht.
Bereits Ende April hatte Michelin seine Ziele für das laufende Geschäftsjahr bestätigt, gleichzeitig aber angekündigt, die Kostenstruktur weiter verbessern zu müssen. Als Belastungsfaktor nennt das Unternehmen unter anderem zusätzliche Ausgaben in Höhe von rund 400 Millionen Euro, die im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges stehen.
Die geopolitischen Spannungen wirken sich dabei auf zahlreiche Bereiche aus – von Energiepreisen über Lieferketten bis hin zu Rohstoffkosten.
Bereits 2024 wurden Werke geschlossen
Die aktuelle Sparrunde kommt nicht überraschend. Schon 2024 hatte Michelin tiefgreifende Restrukturierungen eingeleitet. Damals wurden rund 1.200 Stellen gestrichen und zwei Produktionsstandorte geschlossen.

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