Die neue „Edelkakao Klasse“ soll ab Mai in den Regalen stehen. Drei Sorten – „Die Vollmundige“ (55 % Kakao), „Die Aromatische“ (74 %) und „Die Intensive“ (81 %) – kommen allerdings nur noch auf 75 Gramm pro Tafel. Der Preis: 2,29 Euro. Hochgerechnet auf 100 Gramm bedeutet das eine deutliche Verteuerung für Konsumenten.

Laut Münchner Merkur setzt Ritter Sport damit einen Trend fort, der viele Verbraucher bereits nervt: weniger Inhalt bei gleichzeitig steigenden Preisen.

Hersteller spricht von „Kundenwunsch“

Das Unternehmen selbst weist Kritik zurück und argumentiert mit den Vorlieben der Käufer. Man habe die bisherige Kakao-Klasse bewusst aus dem Sortiment genommen und durch ein neues Konzept ersetzt. Ziel sei es gewesen, sich stärker an den Bedürfnissen der Konsumenten zu orientieren.

Wie HNA berichtete, begründet Ritter Sport die kleinere Tafel vor allem mit sensorischen Vorteilen: Dünnere Stücke würden bei dunkler Schokolade besser schmelzen und für ein angenehmeres Geschmackserlebnis sorgen.

Auch bei den Zutaten setzt der Hersteller auf Exklusivität. Ein Großteil des verwendeten Kakaos stammt von der firmeneigenen Plantage „El Cacao“ in Nicaragua, ergänzt durch Edelkakao aus Peru. Dieser mache weltweit nur etwa fünf bis zehn Prozent der Gesamtproduktion aus – und rechtfertige den höheren Preis, so das Unternehmen.

Kritik an möglicher „Shrinkflation“

Doch Verbraucherschützer bleiben skeptisch. Die Verbraucherzentrale Hamburg sieht zumindest die Möglichkeit, dass es sich um klassische „Shrinkflation“ handeln könnte – also versteckte Preiserhöhungen durch kleinere Packungen.

Wie die Frankfurter Rundschau berichtete, könnte vor allem die bekannte quadratische Form für Verwirrung sorgen. Diese gilt als Markenzeichen von Ritter Sport – und bleibt trotz reduzierter Füllmenge erhalten. Ob das rechtlich problematisch wird, hängt davon ab, wie stark sich das neue Produkt tatsächlich vom bisherigen unterscheidet.

Ein ähnlicher Fall beschäftigt derzeit die Gerichte: Der Schokoladenhersteller Milka steht wegen verkleinerter Tafeln bei gleichbleibender Verpackung in der Kritik.

Kunden reagieren verärgert

Auch bei den Konsumenten sorgt die Neuerung für Unmut. In sozialen Netzwerken häufen sich kritische Stimmen. Ein Nutzer kommentierte: „Die Art und Weise, wie Sie eine Preiserhöhung von 33 % verkaufen, ist schon eine Frechheit.“

Preislich bewegt sich die neue Linie im gehobenen Segment: günstiger als einige Lindt-Produkte, aber teurer als vergleichbare Konkurrenz. Klar ist: Der süße Genuss wird für viele Stück für Stück teurer.