Seit 2005 ist die Zahl der Erwerbstätigen in der Steiermark spürbar gewachsen. Im Jahr 2025 waren rund 70.000 Menschen mehr beschäftigt als noch zwei Jahrzehnte zuvor – ein Zuwachs von 12,9 Prozentpunkten. Österreichweit fiel das Wachstum mit 20,1 Prozentpunkten sogar noch stärker aus.

Getrieben wurde diese Entwicklung vor allem durch drei Gruppen: Frauen, ältere Arbeitnehmer und Beschäftigte ohne österreichische Staatsbürgerschaft.

Die Erwerbsquote von Frauen stieg bis 2025 auf 71,7 Prozent – ein Plus von 10,7 Prozentpunkten innerhalb von 20 Jahren. Bei Männern fiel der Anstieg mit 3,2 Prozentpunkten deutlich moderater aus.

Auch bei den über 55-Jährigen zeigt sich eine markante Veränderung. Während im Jahr 2005 lediglich 26,3 Prozent der 55- bis 64-Jährigen erwerbstätig waren, liegt dieser Wert inzwischen bei 59,9 Prozent.

Mehr Köpfe, weniger Stunden

Trotz steigender Beschäftigtenzahlen zeigt sich eine gegenläufige Entwicklung beim tatsächlichen Arbeitsvolumen. Zwischen 2015 und 2025 kamen rund 30.000 Erwerbstätige hinzu – gleichzeitig sank die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden um 1,2 Prozentpunkte auf 947,7 Millionen Stunden.

Ein zentraler Grund dafür ist die zunehmende Verbreitung von Teilzeitarbeit. Aktuell arbeiten 53,8 Prozent der Frauen in Teilzeit, bei Männern liegt der Anteil bei 14 Prozent.

Hinzu kommt ein deutlicher Rückgang bei Überstunden. Wurden 2015 noch 27,9 Millionen Stunden zusätzlich geleistet, waren es zehn Jahre später nur noch rund 15 Millionen Stunden.

Eric Kirschner von Joanneum Research beschreibt die veränderten Anreize im Gespräch mit dem ORF so: „Ein Haus bauen, einen größeren Wohnraum schaffen, das wird sich in einem Erwerbsleben sowieso nicht mehr ausgehen. Also warum dann mehr arbeiten? Und was natürlich auch ist: Vollzeit rentiert sich immer weniger“.

Demografie als entscheidender Faktor

Der Blick in die Zukunft ebenfalls ernüchternder aus. Laut Statistik Austria wird die Zahl der Erwerbstätigen in der Steiermark bis 2050 um rund 9,3 Prozent sinken – das entspricht einem Rückgang von etwa 60.000 Personen. Auch bundesweit zeigt sich ein ähnliches Bild. Nur Wien dürfte ein Wachstum verzeichnen.

Die Ursachen liegen vor allem in der demografischen Entwicklung: sinkende Geburtenraten, eine alternde Bevölkerung und veränderte Migrationsbewegungen.