Lädt...

Rekord bei Teilzeit und Sozialleistungen

In Wien arbeitet mittlerweile fast jede dritte erwerbstätige Person Teilzeit. Besonders auffällig: Viele junge Männer reduzieren ihre Arbeitszeit freiwillig oder arbeiten nur wenige Stunden pro Woche. Bei Männern ist laut der Studie vor allem Aus- und Weiterbildung ein häufiger Grund für Teilzeit. Gleichzeitig geben aber auch über 20 Prozent an, schlicht keine Vollzeitstelle zu wollen.  Dazu würden hohe Sozialausgaben und eine vergleichsweise großzügige Mindestsicherung in Wien kommen. Die Wirtschaftskammer kritisiert offen, dass sich Arbeit „oft kaum mehr auszahle“. Besonders bei Familien könne die Kombination aus Sozialleistungen, Wohnbeihilfen und Teilzeit-Einkommen finanziell attraktiver sein als ein klassischer Vollzeitjob.

Wien wächst - aber auch die Arbeitslosigkeit

Paradox: Gleichzeitig läuft es am Wiener Arbeitsmarkt eigentlich. Die Beschäftigung steigt seit Jahren stärker als im Rest Österreichs. Trotzdem wächst auch die Arbeitslosigkeit massiv weiter. Der Grund laut Experten: Wien wächst durch starke Zuwanderung rasant – und damit auch das Arbeitskräftepotenzial. Viele Zugewanderte hätten allerdings nicht jene Qualifikationen, die am Arbeitsmarkt gesucht werden – Sprachprobleme etwa, oder fehlendes Know-how. 2025 waren laut AMS mehr als 91.000 ausländische Staatsangehörige in Wien arbeitslos oder in Schulungen.

„Sockelarbeitslosigkeit“ als Dauerproblem

Besonders heikel: Wien kämpft seit Jahren mit einer extrem hohen sogenannten „Sockelarbeitslosigkeit“ – also Menschen, die selbst in wirtschaftlich guten Zeiten keinen Job finden. Laut der Analyse ist diese in Wien die höchste aller Bundesländer.

Großes Fragezeichen in Wien

Nicht nur die Wirtschaftskammer fordert deshalb härtere Maßnahmen: weniger Anreize für lange Arbeitslosigkeit, strengere Regeln bei Sozialleistungen und stärkere Leistungsanreize für Vollzeitarbeit. Denn während Budapest deutlich niedrigere Werte hat und selbst Berlin hinter Wien liegt, wird die Frage immer lauter: Warum arbeiten ausgerechnet in Österreichs reichster Stadt so viele junge Erwachsene nicht?