Ganz Österreich fiebert der Fußball-WM entgegen – erstmals seit 1998 ist das ÖFB-Team wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei. Doch ausgerechnet die Spielzeiten könnten den großen Ansturm in den heimischen Lokalen ausbremsen.
Weil das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko stattfindet, werden viele Partien mitten in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden angepfiffen. Für die Gastronomie ist das laut WKÖ-Gastrospartenobmann Alois Rainer „ein bissl ungut“.
Stadt-Land-Gefälle
Vor allem Sportsbars und Lokale in den Städten hoffen dennoch auf volle Häuser. Bei Spielen zu halbwegs angenehmen europäischen Uhrzeiten könnte die WM für klingelnde Kassen sorgen. Anders sieht es auf dem Land aus: Kaum ein klassisches Gasthaus werde extra um vier Uhr früh aufsperren, um ein Gruppenspiel zu übertragen. Österreich etwa trifft im dritten und letzten Gruppenspiel genau um diese Uhrzeit auf Algerien. Interessant wird es, wenn der Ausgang dieser Partie am 28. Juni in Kansas City den Aufstieg in die K.o-Phase der WM entscheiden würde – viele heimische Lokale müssten dann wohl eine Nachtschicht einlegen.
Rasche Genehmigungen für „Ausnahme-Sperrstunden“
Sollte Österreich bei der WM tatsächlich für eine Sensation sorgen und weit kommen, könnten die Wirte allerdings auf längere Öffnungszeiten drängen. Rainer, der selbst Gastronom ist, fordert dafür rasche Genehmigungen bei Sperrstunden-Ausnahmen. Hinzu kommt ein weiteres Problem: Fußballübertragungen werden für viele Wirte immer teurer. Wer heute alle wichtigen Spiele zeigen will, braucht oft mehrere TV-Abos gleichzeitig – ein Kostenfaktor, der manchen Gastronomen die Lust am Fußballgeschäft verdirbt.
Warten auf die große Euphorie
Die Hoffnung bleibt dennoch groß: Schaffen die ÖFB-Kicker den WM-Lauf ihrer Träume, dann könnten Fans trotz Nachtstunden die Lokale stürmen. Bis dahin gilt für viele Gastronomen aber: Fußballfieber ja – Schlafentzug lieber nicht!

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