Nun eskaliert der Streit vor Gericht. Der Künstler Robert Wyland fordert 25 Millionen Dollar Schadenersatz und wirft den Verantwortlichen die illegale Zerstörung eines geschützten Kunstwerks vor.
Ein Wahrzeichen verschwindet
Seit 1999 prägte das monumentale Wandbild das Stadtbild von Dallas. Das rund 17.000 Quadratfuß große Gemälde zeigte mehrere Wale im Ozean und war Teil der weltbekannten „Whaling Walls“-Serie des US-Künstlers Robert Wyland.
Nun ist das Wandbild jedoch weitgehend verschwunden. Im Zuge der Vorbereitungen auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wurde die Fassade übermalt. Geplant war offenbar ein neues Kunstwerk, das die Stimmung und die internationale Bedeutung des Turniers widerspiegeln sollte.
25 Millionen Dollar Schadenersatz gefordert
Der Künstler hat deshalb Klage bei einem US-Bundesgericht eingereicht. Neben dem Gebäudeeigentümer richtet sich die Klage auch gegen die Fifa und das lokale Organisationskomitee der Weltmeisterschaft. Wyland fordert insgesamt 25 Millionen Dollar Schadenersatz.
Der 69-Jährige beruft sich dabei auf den sogenannten Visual Artists Rights Act, ein US-Bundesgesetz aus dem Jahr 1990. Dieses schützt unter bestimmten Voraussetzungen öffentlich ausgestellte Kunstwerke vor Zerstörung oder erheblichen Veränderungen.
Nach Ansicht des Künstlers wurde sein Werk rechtswidrig beschädigt. „Obwohl die FIFA behauptet, Kunst für die Gastgeberstadt zu entwickeln, haben sie in Wahrheit ein historisches Spiel der Gastgeberstadt entstellt“, sagte Wyland gegenüber Al Jazeera.
Fifa weist jede Verantwortung zurück
Die Fifa selbst sieht sich nicht in der Verantwortung und weist die Vorwürfe zurück. Der Weltverband erklärte, nicht direkt an der Entscheidung beteiligt gewesen zu sein und verwies stattdessen auf das regionale Organisationskomitee.
Dieses wiederum verteidigte die Pläne für das neue Kunstwerk. In einer Stellungnahme hieß es, die neue Gestaltung solle „diesen aktuellen historischen Moment einfangen und die Energie, Einheit und den globalen Geist rund um die Weltmeisterschaft 2026 widerspiegeln“.
Dallas spielt bei der kommenden Weltmeisterschaft eine zentrale Rolle. Die texanische Metropole wird insgesamt neun Begegnungen austragen – mehr als jede andere Gastgeberstadt des Turniers, darunter auch vier K.-o.-Spiele.
„Sie haben den falschen Künstler ausgewählt“
Trotz der mächtigen Gegner denkt Wyland nicht daran, seine Klage zurückzuziehen. Er spricht von einem Kampf zwischen David und Goliath.
„Sie sind ein Multi-Milliarden-Dollar-Unternehmen, und ich bin ein einzelner Künstler mit einer kleinen Stiftung, aber ich sage Ihnen, sie haben den falschen Künstler und das falsche Kunstwerk gewählt. Ich werde nicht tatenlos zusehen, wie sie damit durchkommen“, sagte Wyland.
Der Künstler macht keinen Hehl daraus, wie persönlich ihn der Verlust seines Werkes trifft. Zwischen 1981 und 2008 schuf er weltweit insgesamt 100 Wandgemälde seiner „Whaling Walls“-Reihe. „Diese Wände sind wie meine Kinder. Das ist wirklich, wirklich persönlich“, sagte Wyland.

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