Zu Gast im Podcast „Bush Deep“ der Komikerin Nikki Osborne musste Albanese beim bekannten Spiel „Shag, Marry, Date“ zwischen Popsängerin Kylie Minogue, Hollywood-Star Nicole Kidman und Entertainerin Rhonda Burchmore wählen.

Zunächst erinnerte der Premier daran, dass er erst vor sechs Monaten geheiratet habe. Schließlich beantwortete er die Frage dennoch – und erklärte, dass er mit Kylie Minogue schlafen würde. Auf die Nachfrage der Moderatorin, ob seine Wahl für sämtliche Kategorien gelte, stimmte Albanese lachend zu und bezeichnete die Sängerin als „großartig“.

Auch Eheleben Thema

Für noch mehr Aufmerksamkeit sorgte eine weitere Passage des Interviews. Auf die Frage, ob er und seine Ehefrau „wie die Kaninchen“ Sex hätten, antwortete Albanese augenzwinkernd:

„Na ja, wenn wir Zeit haben.“

Außerdem verriet der Regierungschef, dass ein Sieg seines Lieblings-Rugbymannschaft, der South Sydney Rabbitohs, für ihn „immer ein gutes Aphrodisiakum“ sei. Die Aussagen lösten in Australien umgehend eine politische Debatte aus. Die unabhängige Abgeordnete Zali Steggall bezeichnete die Teilnahme an einem derartigen Spiel als „völlig unangebracht“ für einen Premierminister.

Auch die konservative Oppositionspolitikerin Sarah Henderson übte scharfe Kritik. Die Aussagen seien respektlos gegenüber Frauen und würden der Würde des höchsten Regierungsamtes nicht gerecht werden.

Regierung verteidigt Premier

Aus Albaneses Regierung kam hingegen Rückendeckung. Arbeitsministerin Tanya Plibersek meinte, der Premier teile seine Bewunderung für Kylie Minogue mit Millionen Australiern und relativierte damit die Aufregung.

Der Premier selbst zog schließlich Konsequenzen und entschuldigte sich öffentlich für seine Aussagen. Er erklärte, seine Bemerkungen seien unangebracht gewesen und sprach eine „uneingeschränkte Entschuldigung“ aus. Der Vorfall zeigt einmal mehr, wie schnell persönliche Aussagen von Spitzenpolitikern zum Politikum werden können. Während manche den Podcast-Auftritt als humorvolle Lockerheit werteten, sehen Kritiker darin eine Grenzüberschreitung, die dem Amt eines Premierministers nicht gerecht werde. Albaneses Entschuldigung dürfte die Diskussion zwar entschärfen – ganz verstummen wird sie jedoch so schnell wohl nicht.