„Endlich werden die Kinder dort herausgeholt“, erklärte Hilton bewegt. Die Schließung sei „ein starker Schritt zum Schutz zukünftiger Generationen“. Mit emotionalen Worten erinnerte die Unternehmerin daran, dass seit Jahrzehnten immer wieder schwere Vorwürfe gegen die Einrichtung erhoben worden seien.
„Mehr als fünfzig Jahre lang haben Kinder Geschichten von Missbrauch, Vernachlässigung und Trauma vorgebracht“, sagte Hilton im Gespräch mit dem US-Magazin People.
Besonders bewegend fiel ihr persönliches Fazit aus: „Das kleine Mädchen in mir, dem gesagt wurde, dass man ihm nie glauben würde, fühlt sich heute so bestätigt.“
Behörde zieht Konsequenzen
Die zuständige Aufsichtsbehörde begründete den Entzug der Lizenz mit zahlreichen schwerwiegenden Mängeln.
Demnach habe die Einrichtung unter anderem gegen Vorschriften verstoßen und ihre Fürsorgepflicht verletzt. Genannt wurden unter anderem unzureichende medizinische Versorgung sowie weitere Versäumnisse im Umgang mit den Jugendlichen.
Nach Berichten des US-Senders ABC hatten zudem Eltern rechtliche Schritte gegen die Einrichtung eingeleitet. Bereits 2020 sprach Paris Hilton erstmals ausführlich über ihre Erlebnisse. In der Dokumentation „This Is Paris“ schilderte sie, wie sie als Jugendliche in Einrichtungen für verhaltensauffällige Teenager nach eigenen Angaben körperliche und psychische Gewalt erlebt habe.
Ihre Aussagen sorgten weltweit für großes Aufsehen und lösten eine Debatte über die Kontrolle solcher Einrichtungen aus. Auch vor dem US-Kongress kämpfte Hilton später für strengere Regeln und besseren Schutz junger Menschen.
Bei einer Anhörung im Jahr 2024 erhob sie schwere Vorwürfe gegen die Betreiber der damaligen Einrichtung.
Statt der versprochenen Hilfe habe sie zwei Jahre lang weder frei sprechen noch sich frei bewegen dürfen.
Nach ihren Schilderungen sei sie gegen ihren Willen mit Medikamenten behandelt und von Mitarbeitern sexuell missbraucht worden.
Besonders schmerzhaft sei gewesen, dass ihre Eltern nichts von den Zuständen gewusst hätten. Sie seien von den Betreibern gezielt getäuscht worden, erklärte Hilton. Hinter vielen dieser Einrichtungen stehe eine profitorientierte Industrie, die das Wohl der Jugendlichen aus den Augen verloren habe. Mit dem Lizenzentzug sieht Paris Hilton ihre jahrelange Aufklärungsarbeit bestätigt.
Für die Unternehmerin und viele weitere ehemalige Bewohner ist die Entscheidung mehr als nur das Ende einer Einrichtung. Sie ist ein Zeichen dafür, dass die Stimmen der Betroffenen endlich gehört werden – und dass künftige Generationen besser geschützt werden sollen.

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