Eine bezahlte Werbekooperation hat für die deutsche Ärztin und Medizin-Influencerin Alina Walbrun ein unerwartetes Nachspiel. In einem Video informierte sie über eine angebliche Krankheit und erklärte, diese bereits aus ihrem Medizinstudium zu kennen. Später stellte sich jedoch heraus, dass die Erkrankung frei erfunden war. Hinter der Kampagne steckte der YouTuber Marvin Wildhage.

Wildhage ist für aufwendig inszenierte Experimente bekannt, mit denen er Missstände oder mangelnde Kontrollen aufdecken möchte. Für sein jüngstes Projekt entwickelte er eine fiktive Krankheit, gründete ein angebliches Pharmaunternehmen und ließ eine professionell gestaltete Website erstellen. Anschließend bot er die vermeintliche Aufklärungskampagne zur Zusammenarbeit an.

Mit Pinocchio-Anspielungen zur Fake-Krankheit

Nach Angaben des YouTubers enthielt die Kampagne mehrere Hinweise darauf, dass es sich um eine erfundene Geschichte handelte. So sollte die angebliche Krankheit dazu führen, dass die Nase der Betroffenen immer größer wird. Das war eine Anspielung auf Pinocchio. Auch der Name der vermeintlichen Firmenleiterin „Dr. Geppetto“ spielte auf die bekannte Erzählung an. Darüber hinaus sollen sich auf der Website weitere Hinweise auf den Schwindel befunden haben.

In ihrem Werbevideo sprach Walbrun laut Wildhage nicht nur über die angebliche Erkrankung, sondern erwähnte auch weitere Symptome, die in den Unterlagen zur Kampagne gar nicht vorkamen. Sie erklärte außerdem, die Krankheit bereits aus ihrem Medizinstudium zu kennen.

Mit seinem Experiment wollte Wildhage nach eigenen Angaben auf sogenannte „Disease-Awareness-Kampagnen“ aufmerksam machen. Er argumentiert, dass Pharmaunternehmen auf diese Weise einen indirekten Weg wählen, da Ärzte Medikamente nicht öffentlich bewerben dürfen. Deshalb habe er testen wollen, wie kritisch Medizin-Influencer entsprechende Kampagnen prüfen.

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Influencerin zieht sich vorerst zurück

Nach Bekanntwerden des Experiments meldete sich Walbrun in einer Instagram-Story zu Wort. Sie kündigte an, sich vorerst aus den sozialen Medien zurückzuziehen und die Kommentarfunktion zu deaktivieren. Zur Begründung erklärte sie, sie wolle sich angesichts der vielen kritischen Reaktionen und Hasskommentare zunächst mental schützen.