Inzwischen hat jedoch auch ein Offener Brief, der sich gegen einen Boykott und für Israels Teilnahme am Wettbewerb ausspricht, über 1.000 namhafte Kunstschaffende versammelt.

Der Offene Brief der Organisation „Creative Community For Peace” wurde von Hollywoodstars wie Helen Mirren, Liev Schreiber, Amy Schumer, Mila Kunis, Selma Blair oder Jennifer Jason Leigh sowie von Musikschaffenden wie dem Kiss-Mitbegründer Gene Simmons unterzeichnet. Darin heißt es: „Wir waren enttäuscht und schockiert, dass einige Mitglieder der Unterhaltungsindustrie den Ausschluss Israels vom Contest gefordert haben – als Antwort auf das schlimmste Massaker an Juden seit dem Holocaust.” Anlass für die Debatte um Israels ESC-Teilnahme war der israelische Militäreinsatz im Gazastreifen als Reaktion auf den Angriff der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023.

„Wir glauben daran, dass Veranstaltungen wie Gesangswettbewerbe eine enorme Bedeutung haben, um kulturelle Unterschiede zu überbrücken und Menschen unterschiedlichster Herkunft durch ihre gemeinsame Liebe zur Musik zusammenzubringen”, heißt es in dem offenen Brief weiter. „Jene, die zum Ausschluss Israels aufrufen, untergraben den Geist des Wettbewerbs und verwandeln ihn von einer gemeinsamen Feier der Einheit in ein politisches Instrument.”

Boykott-Proponenten mit Aufruf an die Community

In dem Boykott-Aufruf der Gegenseite mit dem Titel „No Music for Genocide” heißt es: „Als Musiker:innen und Kulturschaffende lehnen wir es ab, dass der Eurovision Song Contest dazu genutzt wird, Israels Völkermord und die brutale militärische Besatzung der Palästinenser:innen zu normalisieren und zu beschönigen. Solange die EBU den in den Völkermord verstrickten israelischen Sender KAN am Wettbewerb teilnehmen lässt, fordern wir alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, Künstler:innen, Veranstalter:innen von Public Viewings, Crews und Fans dazu auf, den diesjährigen Eurovision Song Contest zu boykottieren.“

Gegen die Teilnahme Israels wurde für den 16. Mai in Wien eine Demonstration unter dem Titel „Keine Bühne zur Legitimation des Völkermords – Freiheit für Palästina” angemeldet. Darüber hinaus sollen Künstlerinnen und Künstler am Tag vor dem Finale in der Venediger Au beim „Song Protest“ auftreten.