Drei Generationen unter einem Dach – Heino (87), sein Manager Helmut Werner und dessen Familie leben gemeinsam in Kitzbühel. Was als professionelle Zusammenarbeit begann, ist längst zu einer engen familiären Beziehung geworden: Heino bezeichnet Werner öffentlich als seinen Sohn, die verstorbene Ehefrau Hannelore stellte ihn stets als „Sohn aus erster Ehe” vor. Nun hat Werner mit dem exxpress über diese ungewöhnliche Beziehung gesprochen – und sich dabei auch zu Heinos Sohn Uwe sowie zu seiner Zeit mit der Lugner Familie geäußert.

Vom Stanglwirt-Concierge zum Starmanager

Werners Weg ins Showbusiness begann an der Rezeption. Nach der Hotelfachschule in Bad Gleichenberg arbeitete er zunächst im Hotel “Zur Tenne” in Kitzbühel, ehe er zum berühmten “Stanglwirt” wechselte, wo er als Concierge zahlreiche Prominente kennenlernte. Über Umwege als Schlagersänger und Veranstaltungsvermittler landete er schließlich im Künstlermanagement.

Den entscheidenden Schritt zu Heino beschreibt Werner als Risiko: Als er die Chance bekam, den Schlagerstar exklusiv zu vertreten, kündigte er kurzerhand alle rund 20 anderen Künstler aus seiner Agentur. „Da haben alle Kollegen zu mir gesagt: Bist du wahnsinnig? Der ist über 80, die Karriere ist doch vorbei”, erinnert er sich. Bereut hat er es bis heute nicht – zuletzt holte Heino in Deutschland dreifach Gold für ein aktuelles Album, „was es weltweit noch nicht gegeben hat für einen 87-Jährigen.”

„Der eigene Sohn hätte öfter da sein müssen"

Zum Bruch zwischen Heino und dessen Sohn Uwe Kramm äußert sich Werner knapp, aber unmissverständlich. Er selbst sei Uwe im Leben nur zweimal begegnet – „neutrale Begegnungen, ein bisschen sonderbar.” Die eigentliche Erklärung für seine Rolle als Alleinerbe liefert Werner so: „Es wird Gründe haben, warum ich derjenige bin und nicht der eigene Sohn – weil der eigene Sohn vielleicht öfters da sein hätte müssen, sich mehr um Heino und Hannelore kümmern hätte müssen und nicht nur in der passiven Wartesituation sich zu befinden und warten, bis es dann zum Erben kommt.”

Den Begriff „Alleinerbe“ findet Werner übrigens irreführend – für ihn sei die Rolle keine kalte Erbschaftsangelegenheit, sondern das Ergebnis einer gewachsenen Familienbeziehung mit einer echten Verpflichtung dem Menschen gegenüber. Hannelores Grab in Kitzbühel pflegt er beispielsweise bis heute selbst – eine Gärtnerei habe er dafür bewusst nie beauftragt.

Der Lugner-Stempel – und die Emanzipation davon

Bekannt wurde Werner hierzulande vor allem als langjähriger Partner von Jacqueline Lugner – als „Schwiegersohn in spe” des „Mörtel”. Sein Verhältnis zu Richard Lugner beschreibt er als herzlich und bis zuletzt intakt: Lugner habe ihm noch zu seinem 40. Geburtstag gratuliert. Beim Begräbnis im Stephansdom erschien Werner bewusst als stiller Trauergast ganz hinten – „weil ich mir das nicht nehmen lassen wollte, mich von ihm zu verabschieden. Das war für mich wichtig.”

Zur aktuellen Erbschaftsdebatte rund um die Lugner-Familie äußert er sich vorsichtig, aber klar: Die Reaktion von Jacqueline sei „ganz logisch und vorhersehbar” gewesen – sie sei in dem Haus aufgewachsen, dort sei ihr Vater gestorben. „Es hat nichts mit dem Wert der Immobilie zu tun. Es ist ihr Elternhaus und es ist klar, dass sie es zurückhaben will.” Über Witwe Simone Lugner meint er trocken, dass „jeder, der irgendetwas kriegt, dankbar sein muss.”

Den Lugner-Stempel, der ihm lange anhaftete, sieht Werner mittlerweile als überwunden: „Ein Leben davor, ein Leben danach” – und die Emanzipation davon als eine Leistung, auf die er stolz ist.