Herr Fortelni, Sie zählen zu den bekanntesten und besten Zauberern des Landes. Erzählen Sie uns, Ihren Werdegang als Magier

Vielen Dank für das schöne Kompliment. Ich habe mit ca 11 Jahren die Liebe zur Zauberei entdeckt. Meine Eltern haben mir damals zu Weihnachten (klischeehaft) einen Zauberkasten geschenkt und seitdem hat sich mein Schicksal drastisch verändert.

Was also als Neugier begann, wurde ziemlich schnell zu einer echten Leidenschaft.

Während andere Fußball gespielt haben, habe ich stundenlang Karten gemischt, Münzen verschwinden lassen und vor dem Spiegel geübt – oft so lange, bis der Spiegel selbst keine Lust mehr hatte.

Ebenso war ein Anstoß zur Zauberei ein sehr guter Freund meiner Familie (Thomas) der Fall der mir 1-2 Kartentricks gezeigt hat.

Irgendwann war mir dann der Zauberkasten zu „unprofessionell“ und ich widmete mich professionelleren Zauberkunstücken zu. Über die Jahre durfte ich von großartigen Künstlern lernen, unzählige Auftritte spielen und meinen ganz eigenen Stil entwickeln.

Heute ist die Zauberkunst für mich viel mehr als nur Tricks oder ein Hobby – sie ist meine Leidenschaft und mein Beruf geworden.

Wie reagieren Eltern, wenn man ihnen erklärt, man will mit Zaubern seinen Lebensunterhalt bestreiten?

Ich glaube, die erste Reaktion ist bei fast allen Eltern immer die gleiche: „Und was machst du beruflich?“ (Lacht)

Ich wollte immer Arzt oder Anwalt werden und meine Eltern haben gesagt ich soll was Gescheites lernen – somit wurde ich Zauberkünstler (lacht) – natürlich nur ein Scherz – es ist verständlich, dass sich Eltern Sicherheit für ihre Kinder wünschen.

Aber meine Eltern haben gesehen, wie ernst ich das nehme, wie viel Herzblut ich investiere und präzise arbeite.  Meine Eltern haben mich von Tag eins immer unterstützt und mir sogar geholfen mich auf der Bühne und bei meinen Auftritten zu verbessern (sei es das Sprechen, Timing, Verhalten etc)  Irgendwann wurde aus Skepsis Stolz – und das bedeutet mir unglaublich viel und ich bin sehr dankbar für meine Eltern und deren Liebe und Unterstützung .

Mit wem würden Sie gerne einmal gemeinsam zaubern und wer sind Ihre Vorbilder?

Alles begann klassisch als Kind mit einem Zauberkasten – von da an war die magische Leidenschaft erweckt. Schon in der Schule war Nikolaus Fortelni der Klassenclown.
Alles begann klassisch als Kind mit einem Zauberkasten – von da an war die magische Leidenschaft erweckt. Schon in der Schule war Nikolaus Fortelni der Klassenclown.

Natürlich gibt es da auch sogenannte Aushängeschilder wie David Copperfield, Siegfried und Roy oder Harry Houdini.

Nicht nur wegen den Illusionen, sondern auch wie sie Geschichten erzählen und Emotionen „verkaufen“.

Ein direktes Vorbild in der Zauberei habe ich nicht, da ich mich immer selber als mein eigenes Vorbild sehe und mich Tag für Tag weiterbilden und verbessern möchte.

Aber es gibt einige Kollegen, die ich sehr schätze und bewundere (im deutschsprachigen Raum oder auch international gesehen) – Zauberkünstler, Kabarettisten, Schauspieler, Musiker etc

Ein großes Ziel bzw. Wunsch haben mir meine Eltern damals sogar ermöglicht – ich habe vor ca 11 Jahren ein Auslandsjahr in Kalifornien bei einer Gast Familie gemacht und als ich für einen 3 Tages Trip nach las Vegas gefahren bin haben mir meine Eltern zum Geburtstag Karten für David Copperfield im MGM Hotel geschenkt für seine Show und sogar ein Meet & Greet danach – das war ein wirklich besonderes Highlight.

4: Ganz ehrlich, kommt man bei der Damenwelt als Magier gut an?

Sagen wir so: Eine Spielkarte aus dem Ärmel zu ziehen ist einfacher, als das Herz einer Frau zu gewinnen. (lacht) Natürlich ist Zauberei ein toller Eisbrecher und sorgt für Gesprächsstoff. Aber am Ende zählen Humor, Ehrlichkeit und Persönlichkeit deutlich mehr als der beste Kartentrick.

Für mich stellt sich die Frage ohnehin nicht mehr da ich meine Herzensdame schon längst gefunden habe.  Wobei sie bis heute die Einzige ist, die meine Tricks kennt und mich trotzdem behalten hat – das nenne ich wahre Magie.

Nehmen Sie auch an internationalen Wettbewerben teil?

Damals gab es in Österreich den „Magic Slam“ wo ich ein paarmal gewonnen habe (das ist ein an die Poetry Slams ein angewandtes Format – wo Zauberkünstler gegeneinander antreten, um die Gunst des Publikums sozusagen).

An einer offiziellen Staatsmeisterschaft oder größeren Wettbewerben mitzumachen wäre ich ansich nicht abgeneigt, aber das kann ich zu dem jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, da es genug andere Projekte gibt, auf die ich den Fokus zurzeit lege.

Gibt es in Österreich eine Akademie oder Schule für junge Zauberer?

Am Ende seiner Schulkarriere hat ihm sein Klassenvorstand eine riesige Holzbox überreicht, in der zig verschiedene Kartendecks gelegen sind – alle, die ihm im Laufe seiner Schulzeit abgenommen wurden.
Am Ende seiner Schulkarriere hat ihm sein Klassenvorstand eine riesige Holzbox überreicht, in der zig verschiedene Kartendecks gelegen sind – alle, die ihm im Laufe seiner Schulzeit abgenommen wurden.

Eine klassische „Hogwarts“ Ausbildung gibt es leider nicht (lacht). Aber es gibt Zaubervereine, Workshops und erfahrene Künstler, die ihr Wissen weitergeben.

In Österreich gibt es rund 20 organisierte Zaubervereine. Allein in Wien sind mehrere renommierte Klubs beheimatet – darunter der traditionsreiche Magische Klub Wien, der magische Cercle Wien, Vereinigung für magische Kunst Wien und weitere Vereine. Das allein zeigt, dass die Zauberkunst in Österreich eine lange Geschichte hat und bis heute sehr lebendig ist.

Vieles lernt man aber auch selbst – mit Büchern, Videos und vor allem durch Üben.  Ebenso kann man Zauberkunstücke auch käuflich erwerben (mit einer Anleitung) und da haben wir Gott sei Dank zwei großartige Zaubergeschäfte in Wien wie die Trickbox oder das Vienna Magic.

Dort findet man alles von Anfänger bis Profi und wird auch sehr gut vor Ort beraten und unterstützt.

Ihre Eltern sind österreichische Superstars, wie darf man sich das Leben im Hause Fortell/Wussow vorstellen?

Für mich waren sie in erster Linie immer Mama und Papa – und nicht die Menschen, die das Publikum auf der Bühne oder im Fernsehen gesehen hat. Natürlich war Kreativität bei uns zu Hause allgegenwärtig, und Kunst war immer ein großes Thema.

Wir haben immer versucht zusammen zu essen oder auf Urlaub zu fahren.

Auch traditionelle Feste wie Weihnachten, Ostern oder Geburtstage wurden zusammen verbracht und zelebriert (was ich immer sehr schön fand)

Ich bin sehr dankbar, dass ich von beiden gelernt habe, wie wichtig Leidenschaft, Liebe, Disziplin und Bodenständigkeit sind.

8: Wie und wo kann man Ihre Shows buchen oder ansehen?

Da meine Webseite zurzeit sich in Bearbeitung und Aktualisierung befindet ist es am einfachsten über meine Social-Media-Kanäle wie Instagram oder Facebook (Nikolaus_fortelni).

Egal ob Firmenveranstaltung, Gala, Hochzeit, Bars & Restaurants oder private Feier.

Mein Ziel ist immer das Gleiche: Meinem Publikum eine gute und unvergessliche Zeit zu geben und sie aus dem Alltagsstress auf magische Art und Weise zu „entführen“.

Ich glaube jeder von uns hatte schon mal als Kind den Wunsch das unmögliche möglich zu machen – und genau das möchte ich zurückgeben (sich wieder als Kind zu fühlen und diesen Wow Moment zu erleben).  Denn ein bisschen echte Magie können wir alle im Alltag gut gebrauchen.

Noch zum Schluss eines meiner Lieblingszitate: „The Future belongs to those who believe in the Beauty of their Dreams“ .

Alles begann klassisch als Kind mit einem Zauberkasten – von da an war die magische Leidenschaft erweckt. Schon in der Schule war Nikolaus Fortelni der Klassenclown.
Alles begann klassisch als Kind mit einem Zauberkasten – von da an war die magische Leidenschaft erweckt. Schon in der Schule war Nikolaus Fortelni der Klassenclown.