Dürer, Schiele, Klimt – und mittendrin ein Ottifant. Otto Waalkes hat in der Wiener Albertina seine Spuren hinterlassen. Albertina-Direktor Raphael Gleis lud den 77-jährigen Komiker und ausgebildeten Kunstpädagogen ein, „einen neuen Blick auf die altehrwürdige Sammlung zu wagen” – und löst damit sein Antrittsversprechen ein, die Albertina für ein breiteres Publikum zu öffnen. „Große Kunst und großes Haus schließen großen Humor nicht aus”, so Gleis. Otto selbst war sichtlich bewegt: „Ich hätte mir nicht zu träumen gewagt, hier jemals meine Bilder zu zeigen.”

Dürer mäht, Schiele bekommt ein Schoßtier

Zwölf Werke hat Otto für die Ausstellung geschaffen – allesamt Neuinterpretationen berühmter Meisterwerke, stets begleitet von seinem Markenzeichen, dem Ottifanten, den er selbst als „verunglücktes Selbstporträt” bezeichnet.

Bei Albrecht Dürers „Großem Rasenstück” greift der Ottifant zum Rasenmäher, Egon Schieles „Adele Harms” bekommt einen Ottifanten als Schoßtier, und Gustav Klimts „Bildnis einer Dame mit Cape” wird zum „Portrait of a Lady” – mit Rüsselnase. Für die Anfertigung zog sich Otto in sein US-Domizil zurück, wo ihn niemand kannte: „Extreme Präzision” sei gefragt gewesen, und „durchgehend störungsfreies Arbeiten” das A und O.

Parodie als Huldigung

Doch hinter den lustigen Gemälden steckt viel Respekt. „Parodie ist für mich immer eine Form der Verehrung für die Vorbilder”, so Waalkes. „Ich hoffe, das spürt man, aber ich habe ein gutes Gefühl, denn ein bisschen Lächeln tut gut!”

Gleis und Otto erschienen übrigens im identen Outfit zum Pressegespräch: Taubenblauer Anzug, weißes Hemd, weiße Sneaker. Zufall oder nicht – beide mussten darüber schmunzeln.