Prinzessin Aiko ist 24 Jahre alt und zählt zu den beliebtesten Mitgliedern der Kaiserfamilie. Für viele wäre sie die perfekte Nachfolgerin ihres Vaters.

Doch das Gesetz kennt kein Erbarmen: Weil sie eine Frau ist, darf sie den Thron nicht besteigen. Im japanischen Kaiserhaus gilt bis heute eine uralte Regel: Nur Männer aus der direkten männlichen Kaiserlinie dürfen Kaiser werden.

Selbst die Tochter des amtierenden Tennos hat deshalb keine Chance auf die Krone – ganz gleich, wie groß ihre Unterstützung in der Bevölkerung auch ist, berichtet der Kurier.

Regierung hält eisern an Tradition fest

Während immer mehr Menschen eine Reform fordern, zieht die Regierung eine andere Lösung vor.

Statt Prinzessin Aiko den Weg auf den Thron zu öffnen, sollen Männer aus ehemaligen Seitenlinien der Kaiserfamilie zurückgeholt werden. Sie verloren ihren Adelsstatus nach dem Zweiten Weltkrieg und leben seit Jahrzehnten als Privatpersonen.

Deren männliche Nachkommen könnten später einmal den Kaiser stellen. Die Lage ist dramatisch: Derzeit gibt es nur noch drei männliche Anwärter auf den Thron.

Neben Kaiser Naruhitos Bruder Kronprinz Akishino gehören lediglich dessen 19-jähriger Sohn Prinz Hisahito und der bereits 90-jährige Prinz Hitachi zur Thronfolge.

Sollte Hisahito später keinen Sohn bekommen, droht dem Kaiserhaus ein historisches Problem.

Experten zerlegen den Regierungsplan

Historiker und Verfassungsexperten halten die Pläne der Regierung für kaum umsetzbar.

Mehrere Mitglieder der ehemaligen Seitenlinien haben bereits signalisiert, dass sie gar nicht ins Kaiserhaus zurückkehren wollen.

Kein Wunder: Wer aufgenommen wird, müsste sein bisheriges Leben aufgeben und sich den strengen Regeln des Kaiserhofs unterwerfen.

Dabei gab es längst Kaiserinnen

Die Argumente der Traditionalisten überraschen viele Experten. Denn Japans Geschichte kennt sehr wohl Frauen auf dem Thron.

Insgesamt regierten bereits acht Kaiserinnen das Land. Die letzte bestieg den Chrysanthementhron im Jahr 1762. Immer mehr Fachleute schlagen Alarm. Das japanische Kaiserhaus zählt heute nur noch 16 Mitglieder – Tendenz sinkend.

Ohne Reform könnte der männliche Nachwuchs bald endgültig ausgehen.

Ein Experte bringt die Sorge auf den Punkt: „Sonst geht das Kaiserhaus unter.“

Trotz ihrer enormen Beliebtheit dürfte Prinzessin Aiko ihren Vater niemals beerben.

Während viele Japaner auf Veränderung hoffen, hält die konservative Regierung unbeirrt an den jahrhundertealten Regeln fest.

Für die junge Prinzessin bedeutet das: Der Thron bleibt für sie verschlossen – allein, weil sie als Frau geboren wurde.