Entdeckt wurde das Manuskript vom Bibliotheksmitarbeiter François-Pierre Goy bei der Durchsicht historischer Bestände der Bibliothèque nationale de France. Das Notenheft war Wissenschaftlern zwar aus Briefen der Familie Mozart bekannt, sein Verbleib galt jedoch über Jahrhunderte als ungeklärt. Erst jetzt konnte das Dokument eindeutig identifiziert und wissenschaftlich untersucht werden.

Neue Einblicke in Mozarts Unterricht

Das Notenbüchlein stammt aus dem Jahr 1778, als Mozart mehrere Monate in Paris verbrachte. In dieser Zeit unterrichtete er die junge Adelige Marie-Louise Philippine de Bonnières de Guînes in Komposition und Musiktheorie.

Besonders wertvoll für die Forschung sind die zahlreichen handschriftlichen Korrekturen, Anmerkungen und Übungen, die Mozart selbst in das Heft eingetragen hat. Dadurch erhalten Musikwissenschaftler erstmals einen direkten Einblick in seine pädagogische Arbeit und seine Methoden als Lehrer.

Bisher unbekannte Kompositionen entdeckt

Neben den Unterrichtsnotizen enthält das Manuskript mehrere kurze Musikstücke, die bislang unbekannt waren. Die Kompositionen basieren auf musikalischen Ideen seiner Schülerin und wurden von Mozart weiterentwickelt beziehungsweise kommentiert.

Die neu entdeckten Werke werden derzeit wissenschaftlich ausgewertet und sollen künftig in das Werkverzeichnis des Komponisten aufgenommen werden.

Mozart verlor offenbar die Geduld

Der Fund zeigt auch eine menschliche Seite des berühmten Komponisten. Anfangs lobte Mozart seine Schülerin als talentierte Musikerin und Harfenistin. Mit der Zeit zeigte er sich jedoch zunehmend frustriert über ihre Fortschritte.

In einem Brief an seine Familie in Salzburg schrieb er damals über die Herzogin: „Es kömmt nichts. ich habe es auf alle mögliche art mit ihr Probirt.“