Das MCC ist ein extracurriculares Fachkollegium, das neben der Schule und der Uni von besonders talentierten jungen Leuten frequentiert wird. Gerade in strukturschwachen Regionen hielt das MCC schon seit Jahren mannigfaltige Bildungsangebote bereit, die es zuvor kaum gab. Teilnehmen kann man kostenfrei, ab dem Alter von zehn Jahren. Damit soll der Abwanderung und dem Ausdünnen dieser Gebiete Einhalt geboten werden. Das MCC bietet heute landesweit Fortbildungsmöglichkeiten, Stipendienprogramme sowie Unterstützung bei der Bewerbung und finanziellen Realisierung von Auslandssemestern und Forschungsaufenthalten an internationalen Universitäten. Diese vielfachen Bildungsangebote konnten zu weiten Teilen durch die Finanzierung durch die öffentliche Hand sichergestellt werden. Herzstück des Programms ist das Universitätsprogramm mit sechs Disziplinen der Geisteswissenschaften. Dabei sollen Studenten interdisziplinär ausgebildet werden, sie sollen einen Blick über den Tellerrand bekommen.
Das bisherige Stiftungs- und Finanzierungsmodell war von der damaligen Regierung etabliert worden, um diese Stiftungen sowie auch die Universitäten, die diesem Modell folgen, von den Effekten einer meist kurzfristig orientierten staatlichen Gängelung zu lösen und ihnen mehr Autonomie zu bieten. Das Stiftungsmodell sah beim MCC vor, ein Aktienpaket bekommen zu haben, das nicht veräußert werden durfte und von deren Erträgen die Institution sich langfristig werde finanzieren können. Kritik wurde aber laut, da diese Unabhängigkeit so weit ging, dass der Staat keinerlei Zugriff mehr auf diese Einrichtungen hatte, auch nicht auf deren Finanzgebaren. Ebenso wurde bemängelt, dass die Kuratorien auf Lebenszeit ernannt wurden und oftmals Politiker einen Posten innehatten. Diese Kritik machte sich auch die jetzt regierende Tisza-Partei zu eigen und versprach, die staatliche Finanzierung abzuziehen.
Gesagt, getan
Mit einem am 29. Juni 2026 in Kraft getretenen Gesetz müssen alle KEKVA-Stiftungen zum 31. August 2026 abgewickelt werden. Die universitären KEKVA-Stiftungen werden noch ein Jahr Zeit haben, ihre Verfallsfrist ist der 31. August 2027. Dies betrifft 21 Universitäten, u.a. die renommierte Corvinus-Universität. Ab letztem Montag dürfen die KEKVA-Stiftungen keine neuen Verbindlichkeiten mehr eingehen, der Geschäftsbetrieb ist weitestgehend zum Erliegen gekommen. Ob und wie der Staat die Programme fortführt und die Arbeitnehmer behält, steht in den Sternen. Was genau mit den Studenten passiert, ist ebenso wenig entschieden, wie die Frage der Immobilien, der Geschäftsverbindungen, der internationalen Partnerschaften. Bekanntlich hat das MCC bedeutende Anteile an der Modul University Vienna, an der Buchhandelsgesellschaft Libri-Bookline, an Inforadio und am Mandiner. Es ist nun fraglich, was mit diesen Beteiligungen geschehen soll. Diese Umgestaltungen betreffen auch das Deutsch-Ungarische Institut für Europäische Zusammenarbeit. Da das Institut zu 100% vom MCC finanziert wird, steht ist auch dessen Zukunft unklar. Es gilt, neue Finanzierungsmethoden und Partnerschaften zu entwickeln – die deutsch-ungarischen und die österreichisch-ungarischen Beziehungen verdienen es allemal.

Kommentare
Lädt Kommentare...