Der umstrittene Nachrichtenansager Armin Wolf ist dadurch aufgefallen, dass er unserer Herausgeberin Eva Schütz vorgeworfen hat, eine „Fake-News-Schleuder“ zu betreiben. Beispiele nannte er nicht. Das ist typisch für die linke Blase. Sie hält sich immer im Raum des Nicht-Konkreten auf. So entkommt sie dem Eindeutigen und damit der Zumutung, etwas schlüssig argumentieren zu müssen. Die große Kunst der Manipulation besteht darin, die Emotionen seiner Zielgruppen zu stimulieren und sich dabei immer geschickt an Verstand und Vernunft vorbei zu mogeln. Die Werbung könnte anders nicht funktionieren. Aber am Ende kommt häufig doch die Wahrheit heraus. So fühlt sich in 50 Prozent der Fälle der Konsument nach dem Kauf-Akt, in den er hineinmanipuliert wurde, enttäuscht und ist traurig. Denn das Produkt, das ihm unter dem Einsatz eines emotionalisierenden Bild- und Ton-Spektakels aufgeschwatzt wurde, kann seine Versprechen nicht halten. Das ist das Wesen der aufdringlichen Warenästhetik.

Bablers Qualitätsmedientrick

Ich unterstelle Andreas Babler nicht, dass er seine Propaganda selbst erfindet. Natürlich haben die Kommunikationstricks, die er zum Besten gibt, andere erdichtet und ersonnen. Er selbst wäre nicht dazu in der Lage. Nehmen wir als Beispiel seine angekündigte Reform der Medienförderung. Im Kern besteht sie darin, die staatliche Medienförderung nur mehr auf sogenannte Qualitätsmedien zu beschränken. Schon der Begriff „Qualität“ hat seine Tücken, denn er ist ein klassischer leerer Signifikant, solange man nicht konkrete Qualitätskriterien auf den Tisch legt. Tut man das nicht, dann hat man einen leeren Bedeutungsträger kreiert, in dessen Hohlraum sich jeder hineindenken kann, was er will. Für die einen ist Qualität der Umsatz, den ein Medium generiert, für andere seine Popularität. Wieder andere verstehen unter einem Qualitätsprodukt ein Hochglanzmagazin mit Kunstdrucken, in denen die Philosophen Konrad Paul Liessmann und Robert Pfaller über die Begriffe Kunst und Ästhetik reflektieren. Noch viele andere Inhalte könnte man dem Bedeutungsträger „Qualität“ unterschieben. Aber einer kritischen Reflexion des Qualitätsbegriffes weicht Babler aus. Anstelle dessen bringt er die übliche Lösung derer, die manipulieren wollen, ins Gespräch: Eine Expertenkommission. Die soll entscheiden, was Qualität ist und was nicht. Damit ist der Qualitätsbegriff flugs in die Geiselhaft derer gelangt, die in dieser Kommission sitzen. Und das sind natürlich alles Gewährsleute Bablers, für die Qualitätsmedien immer einen Linksdrall haben müssen. Wer über die Macht verfügt, diese Kommission zu besetzen, verfügt auch gleichzeitig über die Interpretationsherrschaft über den Qualitätsbegriff. Wer Babler und seinen Einflüsterern die Möglichkeit gibt, die Definition von Qualität der Mehrheitsabstimmung in einer dubiosen Kommission zu überlassen, der wird in der Medienszene einen Kahlschlag rechts der Mitte und eine Überförderung links der Mitte auslösen.

Mediensteuerung mit Hilfe des Personalbüros

Medien sind in einer postmodernen Demokratie das wichtigste Instrument, um Weltanschauungen und Meinungen hegemonial zu machen. Medienhegemonie ist gleichbedeutend mit Diskurshoheit und Meinungsführerschaft. Hat man die Medien in der Hand, dann bestimmt man, welche Inhalte in ihnen vorkommen, welche weggelassen und wie Ereignisse in Politik und Gesellschaft interpretiert werden. Ein Beispiel: Ist ein Medium links, dann werden dort alle Maßnahmen begrüßt, die den Markt und die Marktwirtschaft beschränken, ist es rechts, dann wird wohl bei Entbürokratisierung, Entstaatlichung und Marktliberalisierung große Freude herrschen. Die gegensätzlichen Prinzipien „mehr Staat und weniger Markt“ und „weniger Staat und mehr Markt“ sind typisch für die linke und die rechte Weltsicht. Besetzt man nun die Redaktion eines Mediums mit Linken, dann wird man dort einer alles regulierenden 5-Jahresplan-Politik huldigen, besetzt man sie mit Rechten, dann wird über Maßnahmen zur Entfesselung des Marktes gejubelt werden. Werfen wir einen Blick auf die großen Medien des Landes. Sind sie links oder rechts? Anhaltspunkte dafür geben uns die Ergebnisse der letzten AK-Wahlen. In der APA zum Beispiel wählte die Belegschaft zu 41 % Rot, zu 38 % Grün und zu 10 % marxistische Splittergruppen wie die KPÖ. Und selbst in der konservativen „Die Presse“ wählten 77 % der Mitarbeiter rot-grün-marxistisch. Ganz ähnlich ist es bei ORF, Puls 4, News und Kurier. Mitarbeiter, die mit ÖVP oder FPÖ sympathisieren, findet man in diesen Redaktionen kaum. Man stelle sich vor, es würde in den Medien so viele FPÖ-Sympathisanten wie in der Gesellschaft geben. Die FPÖ müsste sich über die absolute Mehrheit keine Sorgen mehr machen. Fazit: Medien werden nicht über Anweisungen der Mächtigen gesteuert. Sie steuern sich selbst in die richtige Richtung, wenn man die richtigen Leute in ihnen platziert. Warum die ÖVP so viel Wert darauf gelegt hat, den Generaldirektor des ORF zu stellen, hat sich mir übrigens bis heute nicht erschlossen. Der Mann wird dort absolut nichts zu reden haben. Eher wird er vor der rot-grün-marxistischen Mehrheit brav buckeln müssen, um nicht wie Weißmann durch eine Indiskretion abserviert zu werden. Hoffentlich hat Clemens Pig keine Leichen im Keller.

Der Islamist Zakir Naik und der Konformismus der KI

Die Plattform X wird ja als das größte Medienübel unserer Zeit gesehen und der Marxist Robert Misik hat zuletzt lautstark gefordert, das Musk-Medium abzudrehen. Aber warum? Denn tatsächlich wurden X schon längst die Zähne gezogen, und zwar hinter unserem Rücken. Der islamistische Prediger Zakir Naik ist radikal antiwestlich, fordert die Scharia und möchte, dass Frauen wie Haustiere, also so wie im Iran, gehalten werden. Einer seiner Kerngedanken ist, dass Frauen nur unter der Scharia sicher leben können, das bedeutet, in einem schwarzen Körpersack und vollverschleiert. Tragen sie westliche Kleidung, dann laufen sie Gefahr, von heißblütigen Männern vergewaltigt zu werden. Und wer ist dann schuld? Zakir Naik ist hier eindeutig. „Who ist to be blamed? The girl is to blame.“ Aber bevor Grok, die KI von X, zugibt, dass der Prediger ein frauenverachtender Islamist ist, muss man sie argumentativ in die Enge treiben. Über zwanzig Minuten braucht man, bis man Grok so weit hat, dass sie bekennt: „OK, du hast recht, das hätte ich gleich selbst früher deutlicher sagen können“. Zweites Beispiel: „Eure Frauen sind euch ein Saatfeld. So kommt zu eurem Saatfeld, wann und wie ihr wollt.“ Auf Nachfrage formuliert Grok: „Nein, der Koran formuliert keine einseitige Pflicht, dass die Frau dem Mann zur Verfügung steht.“ Es folgt eine längere „Diskussion“. Am Ende gibt die KI zu, dass das nur der liberale europäische Islam so sieht. Tatsächlich ist die wörtliche Auslegung die Mehrheitsmeinung der vier wichtigsten sunnitischen und des überwiegenden Teiles der schiitischen Schulen. Fazit: „Die Frau hat die religiöse Pflicht, sich dem Mann hinzugeben, wann immer er es verlangt, außer es gibt triftige Gründe, zum Beispiel die Menstruation.“ Aber damit ist sie noch längst nicht aus dem Schneider. Denn außer der Penetration „sind alle anderen Intimitäten erlaubt“.

Wehe der Macht, wenn die Menschen erkennen, dass sie lächerlich ist

„Die Macht ist überall“, sagt Foucault und er hat damit absolut recht. Die Dispositive der Macht umfangen uns ständig, egal ob wir im Auto sitzen und Radio hören, zu Hause am Computer oder im Bad auf der Wiese liegen. Die Macht ist überall und lenkt uns unbemerkt. Aber sie muss sich diskret im Hintergrund halten, vor allem, wenn ihre Träger lächerlich sind. Nicht verstanden hat die Logik der Macht der Tiroler Landeshauptmann Mattle. Einfältig ist er auf die Vorderbühne der Politik gesprungen, hat sich wild auf die Brust getrommelt und laut ausgerufen, „der Bundeskanzler bestimmt, wer ORF Generaldirektor wird“. Ein Sakrileg. Natürlich weiß jeder, dass das tatsächlich so ist, aber sagen darf man es nicht. Warum? Weil man dann die Identität der Macht preisgibt und bei den einfachen Menschen die Demokratie-Illusion zerstört. Denn noch glauben sie, dass sie der Souverän sind. Aber sollte ihnen klar werden, dass es tatsächlich das lächerliche Dreigespann Babler, Stocker und Mattle ist, dann könnte sich recht schnell der Ballhausplatz mit einer unzufriedenen und entschlossenen Menschenmasse füllen die laut „rien ne va plus“ ruft.