Seit Jahrzehnten erzählen wir jungen Frauen, dass sie einem stereotypen Männlichkeitsbild nachjagen sollen: „Macht Karriere, setzt euch auf dem Arbeitsmarkt durch – ungebunden und frei von Schwangerschaft, Stillen oder Fürsorge“. Dabei ist genau dieses liebevolle Sichkümmern und Großziehen der nächsten Generation das Fundament und Herz jeder Gesellschaft. Die um sich greifende Mütter- und Kinderfeindlichkeit ist in Wahrheit nichts anderes als Misogynie, also Frauenfeindlichkeit, verkleidet in Progressivität.
Katholischer Kindergarten verzichtet auf Muttertagslied
Ein katholischer Caritas-Kindergarten in Oberösterreich verzichtete heuer darauf, Muttertagslieder oder -gedichte einzustudieren, wie die Tageszeitung heute berichtete. Die Erklärung des Kindergartens lautete: Klassische Rollenbilder spiegeln Vielfalt „nicht immer wider“ und seien daher „nicht mehr zeitgemäß für den Kindergartenalltag“. Die Lebensrealität der Kinder sei „heute vielfältig“, schiebt die Vorständin der Caritas Oberösterreich nach.
Eine Mutter formt den Charakter ihres Kindes
Diese Politisierung ist keine Fortschrittlichkeit. Gerade Bildungseinrichtungen sollten der jungen Generation vermitteln, wie wichtig Wertschätzung und Ehrerbietung gegenüber Müttern, aber auch Vätern, ist. Das mag vielleicht altmodisch klingen. Doch die Werte, die Mütter verkörpern und jeden Tag leben – Mitgefühl, das bedingungslose Dasein für ein anderes Lebewesen, das Zurückstecken der eigenen Selbstverwirklichung zugunsten der Kinder, das Schaffen eines liebevollen Zuhauses, damit Kinder dort gut gedeihen können, ist alles andere als zweit- oder drittrangig. Die Mutter ist die erste Erzieherin und Lehrerin ihrer Kinder. Sie formt ihren Charakter, fordert sie heraus und zeigt auf, was richtig und was falsch ist. Sie erkennt die Persönlichkeit ihrer Kinder und fördert ihre Stärken und Gaben.
Keine staatliche Einrichtung kann eine Mutter ersetzen
Keine staatlichen und privaten Einrichtungen können geben und lehren, was eine Mutter gibt und lehrt: Bedingungslose Liebe, Angenommensein, Empathie, Verzeihung, Barmherzigkeit und vieles mehr. Wir reden heute nicht mehr darüber, vielleicht, weil es so selbstverständlich ist. Aber all diese aufgezählten Werte und ihr Ausleben sind die Grundlage für jedes friedliche Zusammenleben und Funktionieren eines Rechtsstaates.
Feministen-Ikone erklärt Müttern den Kampf
Die Mütterfeindlichkeit ist kein neues Phänomen. Eine prominente Vertreterin ist die französische Philosophin und Feminismus-Ikone Simone de Beauvoir. Sie hat Familie, Ehe, Mutterschaft den Krieg erklärt. In einem 1976 erschienenen Interview mit der US-Feministin Betty Friedan sagt Beauvoir: „Die Frau sollte nicht das Recht haben, zu Hause zu bleiben, um ihre Kinder aufzuziehen. (…) Keine Frau sollte diese Möglichkeit haben, und zwar gerade deshalb nicht, weil zu viele von ihr Gebrauch machen würde, wenn es sie gäbe.“ Beauvoir gibt hier zu, dass Frauen, wenn sie die Möglichkeit haben, gerne bei ihren Kindern zuhause bleiben würden. Doch aus ideologischen Gründen will es die Snob-Philosophin Müttern verbieten. Als positives Beispiel einer Organisationsform von Kindererziehung nennt sie im Verlauf des Interviews ein „System“, das in „China erprobt“ wird. Familien gibt es nicht, Männer und Frauen leben in einer Art Kommune zusammen und erziehen die Kinder kollektivistisch. Beauvoir gibt dem „Märchen von der Mutterschaft und den Mutterinstinkten“ die Schuld von der Unterdrückung der Frau.
Simone de Beauvoir war Frauenfeindlich
Beauvoirs Feminismus trieft nur so von Misogynie. Ihr Ziel war nicht, dass die Gesellschaft Frauen für das, was sie sind und leisten, nämlich neues Leben in die Welt zu setzen und Kinder zu prägen, ehrt und respektiert. Sie wollte Frausein abschaffen und Frauen quasi zu Männern machen. Auf Friedans Frage, wie sich Menschen fortpflanzen sollen, antwortet Beauvoir arrogant: „Es gibt schon genug Menschen auf der Erde!“. Diese Ansicht ist heute längst überholt. Alle Industriestaaten der Erde kämpfen mit zu niedrigen Geburtenraten und den Folgen davon. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau liegt in Österreich bei 1,29. Im Jahr 2023 waren es noch 1,44. Damit eine Bevölkerung stabil bleibt – also zumindest nicht schrumpft – muss jede Frau statistisch gesehen 2,1 Kinder bekommen. Die Frage, was gemacht werden kann, damit Menschen wieder mehr Kinder bekommen, beschäftigt die Politik zusehends. Werden auf Dauer zu wenig Kinder geboren, sind das Pensions- und Gesundheitssystem in Gefahr. Fachkräftemangel, politische Abhängigkeit von Migration, sowie wirtschaftliche Stagnation drohen.
Kritik an Claudia Bauer für „G'spür“-Aussage
Kanzleramtsministerin für Europa, Integration und Familie, Claudia Bauer (ÖVP), adressierte das Problem im März in einem Standard-Interview. Dort sagt sie, man müsse sich beim Kinderkriegen „mehr auf sein G’spür verlassen“. Die „perfekten Umstände zum Kinderkriegen“ gebe es nicht. „Weniger Beipackzettel, mehr Freude. Weniger Erziehungsratgeber, mehr Spontanität. Kinder sind das Schönste auf der Welt.“, meint Bauer. Im Jänner sagte die Ministerin in einer Expertenrunde, sie möchte jungen Menschen „Mut machen“, sich für Kinder zu entscheiden.
Für diese Aussagen bekam die Ministerin von linken Journalistinnen viel Häme und Gelächter. Die Standard-Haus-und Hof-Feministin Beate Hausbichler bezeichnete diese Aussagen in einem Kommentar als „verzapften Unsinn“ und „unbedarft“. Selbst eine Journalistin der katholisch-progressiven Wochenzeitung Die Furche machte sich in einer Glosse über die Zitate lustig. „Wer dies hört, spürt tief in sich – ungefähr auf Höhe der Gebärmutter – hoffentlich die staatsbürgerINNENliche Pflicht, Österreich umgehend mit vielen Kindern zu bevölkern und so der geknickten Geburtenrate endlich wieder einen Höhepunkt zu verschaffen“, schrieb Magdalena Schwarz.
Mehr Geld für Familien führt nicht zu mehr Kindern
Journalisten können und sollen Aussagen von Politikerinnen kritisieren. Doch hier ist Ehrlichkeit angebracht: Claudia Bauer hat Recht! Mehr staatliche Familienförderungen führen nicht dazu, dass mehr Kinder geboren werden. Das lässt sich an Ungarns Familienpolitik studieren: Der ehemalige Ministerpräsident Viktor Orbán führte Steuerbefreiungen, „Großelterngeld“ und weitere staatliche Leistungen für Familien mit Kindern ein, um die Demografie in den Griff zu bekommen.
Ungarns Beispiel
Einige Jahre später wissen wir: Genützt hat es wenig. 2011 war ein absoluter Tiefpunkt der ungarischen Demografie. Damals wurden nur 1,23 Kinder pro Frau geboren. Dank der eingeführten Familienleistungen der Fidez-Regierung kletterte die Geburtenrate 2021 auf 1,59 – um in den Folgejahren wieder abzusinken 2024 lag sie wieder bei 1,38 Kindern pro Frau.
Die Lehre aus Ungarns Beispiel ist: Paare bekommen trotz höherer Unterstützung nicht automatisch mehr Kinder. Sie verlagert den bereits vorhandenen Kinderwunsch nur nach vorne.
Nur Frauen können neues Leben bringen
Das einzig wirksame „Rezept“ für mehr Kinder lautet: Kulturumkehr. Nur eine Gesellschaft, in der Kinder und Mütter respektiert und geehrt werden, wird mehr Nachwuchs hervorbringen. Solange Politiker, Journalisten, Lehrer und Kindergärtnerinnen Mütter-Bashing betreiben und direkt oder indirekt Frauen dafür belächeln, wenn sie sich für ein Leben als Hausfrau entscheiden, wird niemand Lust auf mehr Kinder haben.
Doch es geht nicht in erster Linie darum, dass der Staat mehr Bürger hat und funktionsfähig bleibt. Die Weitergabe des Lebens ist etwas, was genuin nur Frauen besitzen. Kinder sind der Inbegriff für das pulsierende Leben. Fehlt das junge Leben, nimmt Altern, Behäbigkeit, Starrheit, Sterben und letztendlich Untergang den Raum ein.
Feiern wir Mütter, aber alle Frauen für das, was nur sie dieser Welt schenken können: Das neue Leben!

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