Eingangs sei betont, dass man von den genannten Personen halten kann, was man möchte. Jeder Leser kann sich seine eigene Meinung bilden. Die mediale Schlagseite in diesen Fällen ist allerdings beispiellos, könnte um eine Reihe weiterer Beispiele ergänzt werden und entlarvt, wie Medien in Österreich ticken und funktionieren.
Erinnern Sie sich noch an die Aufregung, als im Spätsommer 2023 die Kinodokumentation „Kurz – Der Film” an den Start ging? Eine Welle der Empörung ging durch die linke Reichshälfte unseres Landes. Filmproduzent und Regisseur mussten sich in Interviews rechtfertigen, weshalb sie einen Film über Sebastian Kurz drehten. Und vor allem mussten sie sich zur Finanzierung des Films Rede und Antwort stehen, obwohl kein (!) einziger Fördertopf mit öffentlichen Mitteln, also Steuergeldern, für diesen Film angezapft wurde. Die Kurz-Produktion war zu 100 Prozent privat finanziert.
Für den Babler-Film „Wahlkampf”, der demnächst in die Kinos kommen soll, wurde allerdings recht tief in die Fördertöpfe gegriffen. Über 500.000 Euro Steuergeld flossen in die Produktion. Genehmigt noch unter Kulturminister Werner Kogler, ausbezahlt zum Teil erst unter Kulturminister Babler. Babler finanziert sich also seinen eigenen Film – mit dem Geld der Österreicher. Aufschrei? Aufregung? Empörung? Untersuchung? Nichts dergleichen. Jene, die mit Schaum vor dem Mund in die Tasten klopften und unzählige Berichte über den Kurz-Film schrieben, schweigen jetzt. Und es ist dann auch gleich egal, wenn man den Aufsichtsratschef des fördergeldgebenden Filminstituts, den ehemaligen SPÖ-Kulturminister Rudolf Scholten, zum Sonderberater von Andreas Babler im Vizekanzleramt macht.
Noch weiter zurück liegt ein anderer Fall, der ähnlich den Unterschied in der Empörungsskala der Medien eindrucksvoll zeigt. Von „Manipulation” sprach man, und letztlich wurde sogar der Oberste Gerichtshof eingeschaltet, als auf einem harmlosen Foto eines Treffens zwischen Bundeskanzler Kurz und Vorarlbergs Landeshauptmann Wallner ein Bild im Hintergrund von Wallners Social-Media-Team retuschiert und ausgetauscht wurde. Die Häme in Medien und Netz war riesig. Wenn aber Andreas Babler diese Woche im Netz für Spekulationen sorgt, dass er und sein Social-Media-Team angeblich ein Statement von ihm auf Englisch mittels KI generieren mussten, um seine mangelnden Englischkenntnisse zu kaschieren, dann schweigen heute genau die, die Jahre zuvor genüsslich die Foto-Retusche rund um Kurz genüsslich ausschlachteten.
Medienförderung
Ähnlich verhält es sich bei der Medienförderung, die Andreas Babler nun neu aufstellen will. Man kann sich jetzt schon ausrechnen, wie diese künftig aussehen wird. In der diese Woche vorgestellten Studie zur Medienförderung in Österreich – richtig geraten, erstellt vom Medienhaus Wien, an dessen Spitze ein ehemaliger Redakteur der roten Arbeiterzeitung steht – bediente man sich zur besseren Argumentation gleich auch noch an der sogenannten Inseratenaffäre rund um Kurz, die nun schon im fünften Jahr die Ermittler beschäftigt. Dass die Stadt Wien über Jahre ihr eigenes Inseratensystem kultiviert hat und mehr für Inserate ausgibt als alle Bundesländer zusammen – oder so viel wie die gesamte Bundesregierung -, das juckt niemanden und findet in der Studie wenig Erwähnung. Dass die Inseratengelder der roten Stadt Wien, der Arbeiterkammer und des ÖGB vorwiegend in linke Medien fließen, ist zur Selbstverständlichkeit geworden und ein schwarzer Fleck für das Medienhaus Wien, für die Medien selbst und auch für die sonst so eifrigen Korruptionsjäger.
Letztlich sei auch daran erinnert, wie massiv linke Medien selbst einzelne Inserate aus FPÖ-Regierungszeiten in rechten Medien angeprangert und heftig kritisiert haben. Der linke Zeigefinger zeigt eben immer nach rechts. Politischer Flankenschutz kommt von den Grünen, der SPÖ und den Neos.
Das Muster ist immer dasselbe: Links ist gut, und was nicht links ist, muss mit aller Kraft bekämpft werden. Was bei Kurz oder der FPÖ skandalisiert wird, wird bei Babler schweigend abgenickt. Das ist kein Qualitätsjournalismus, mit dem sich linke Medien immer selbst rühmen. Das ist Gesinnungsjournalismus. Und genau deshalb verlieren diese Medien nicht nur Leser, sondern besonders ihre Glaubwürdigkeit.
Wer die Medienförderung neu aufstellen will, sollte zunächst vor der eigenen Tür kehren. Wer mit dem Finger auf andere zeigt, sollte vorher schauen, ob die eigene Hand sauber ist. Und wer noch immer nicht begreift, warum immer mehr Menschen den klassischen Medien den Rücken kehren, der sollte sich fragen, ob er noch Journalist ist, oder längst Aktivist.
Diese Kolumne wurde am Montag den 20.April 2026 um 12:17 aktualisiert.

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