In der Politikwissenschaft nennt man die Gesellschaft, in der wir gerade leben, Kontrollgesellschaft. In einer solchen Gesellschaft werden die Menschen durch eine Macht mit lachendem Gesicht geführt und gelenkt. Propaganda und Manipulation ersetzen die Staatsgewalt. Im Vergleich dazu ist der Iran eine brutale spätmittelalterliche Disziplinargesellschaft. Im Iran herrscht der Staat mit sadistischen Todesschwadronen, Folter und Gewalt. Um seine Macht zu erhalten, hat der Horrorstaat innerhalb von ein paar Wochen 30.000 aufbegehrende Staatsbürger umgebracht. Bei uns verfährt die Macht subtiler.

Von unmoralischen PR-Profis manipuliert

Ein wichtiger Machtfaktor in der Kontrollgesellschaft sind PR- und Marktforschungsinstitute. Man kann sich solche Institute kaufen. Ihnen kommt die Aufgabe zu, Wahrheiten zu verschleiern und Scheinwelten zu erzeugen. Ein Paradebeispiel, wie PR-Institute arbeiten, kann man anhand der Benzin-Preis-Bremse sehen. In der Regel lassen PR-Institute eine Auswahl von Spitzenjournalisten für sich arbeiten. Diese werden durch sogenannte Incentives angefüttert und dann bei der Stange gehalten. Incentives sind Side-Events beim Forum Alpbach, bei denen sündteure Weine degustiert werden. Oder eine Teilnahme am jährlichen Weltcup-Wochenende in Kitzbühel, Luxusappartement und Skipass inklusive. Besonders wertvolle Multiplikatoren dürfen sich auch über eine Einladung zum Heli-Skiing nach Lech am Arlberg freuen. Solcherart gefügig gemacht, schreiben sie in ihren Medien, was ihnen das PR-Institut nahelegt.

Journalismus – ein Festival der Eitelkeit

Beliebt ist bei Journalisten auch, wenn sie Minister auf Auslandsreisen begleiten dürfen. Mitgenommen werden natürlich nur solche, die auch spuren, d.h. bei denen man sich darauf verlassen kann, dass sie nur über die inszenierten Highlights der Reise berichten und unangenehme Vorfälle unter den Tisch fallen lassen. Journalisten sind ein eitles Volk. Wenn man sie genügend bauchpinselt und ihnen die eine oder andere Exklusiv-Story verspricht, apportieren sie brav jedes Stöckchen. So werden völlig wirkungslose Symbolhandlungen eines Ministers zu epochalen Reformen hochgejubelt und unangenehme Vorkommnisse verschwiegen.

Spritpreisbremse – eine verlogene Posse

Die Spritpreisbremse, dass weiß jeder Österreicher, der ab und zu an einer Tankstelle vorbeikommt, bringt überhaupt nichts. Die Preise steigen und steigen. Wenn die Straße von Hormus zu ist, dann reduziert sich eben die angebotene Treibstoffmenge und dadurch steigen die Preise. Hinzu kommt, dass der Staat den Spritpreis hoch besteuert. CO2-Abgabe und Mineralölsteuer machen nahe zu den halben Preis aus, der an der Tankstelle verlangt wird.

Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Der Spritpreisbremse wurde der Zahn gezogen, indem man 1000 Tankstellen, die überwiegend von Wirtschaftskammerfunktionären betrieben werden, von den Maßnahmen der Preisbremse ausgenommen hat. Das ist ein Drittel der Tankstellen im Bundesgebiet. Wer in so eine Tankstelle achtlos hinein rumpelt, der wird abgezockt. Und warum liest man das in keiner Zeitung? Weil sie gebeten werden, diese unangenehme Tatsache zu verschweigen. Ignoriert man eine solche Bitte der Macht, könnte es sein, dass man bei der nächsten Inseratenvergaberunde nicht dabei ist. Und wer will das schon?

Unterwirft der Bürger sich nicht, gebraucht der Staat Gewalt

Wer sich nicht anpasst und eigenständige Gedanken äußert, der kann Unangenehmes erleben. Zum Beispiel eine Hausdurchsuchung im Morgengrauen. Um fünf Uhr am Morgen läutet eine polizeiliche Einsatztruppe an der Haustür des kritischen Bürgers, durchwühlt die Wohnung, beschlagnahmt Handys und Computer und verschwindet danach, wie ein Spuk im Morgennebel. Solche Aktionen dienen der Bürgereinschüchterung. Norbert Bolz oder zuletzt Jan Fleischhauer waren von einem solchen Staatsübergriff schon betroffen.

Es ist also für alle Bürger ratsam, immer einen frisch gewaschenen Bademantel neben der Tür hängen zu haben. Denn häufig bringt die Polizei gleich die Presse mit und dann steht man da im Blitzlichtgewitter, womöglich im Nachthemd oder in der Unterhose. Peinlich! Ein kritischer Geist, der gerne pointiert auf Social-Media-Plattformen formuliert, wird es sich nach so einem Erlebnis zweimal überlegen, ob er das, was er sich über Babler oder Stocker wirklich denkt, ins Internet schreibt.

Der neue Satan – die Social-Media-Plattformen

Wenn man sich in den letzten Wochen Aussagen von Politikern zu den sozialen Medien angehört hat, möchte man glauben, dass dort Dämonen und andere Höllenwesen ihr Unwesen treiben. X sei toxisch und hasserfüllt, Instagram vernichte fragile junge Seelen, TikTok verbreitet chinesische Staatspropaganda und auf Facebook tummeln sich Staatsfeinde und Rechtsterroristen.

Tatsächlich geht es dort überall so angepasst und zivilisiert zu wie schon lange nicht. Das einzige, was manchmal passiert, ist, dass Teilnehmer der vorordneten veröffentlichten Meinung widersprechen. Und das stört natürlich das teure politische Campaigning, das von PR-Agenturen, ORF und den sogenannten „Qualitätsmedien“ getragen wird.

Tarnen, Täuschen, Verdrehen, Verarschen

Jeder der glaubt, dass die Marktforschung ein objektives Verfahren ist, der ist naiv. Der verstorbene Ernst Gehmacher hat einmal zu mir folgenden Satz gesagt: „Ein Marktforscher, der einen Fragebogen nicht so machen kann, dass am Ende das herauskommt, was er will, der ist ein Depp.“ Tatsächlich ist es ein Leichtes, durch Fragestellung und Fragebogendramaturgie das Ergebnis einer Umfrage massiv zu beeinflussen. Gerade geht es den Eliten darum, unter dem Vorwand des Jugendschutzes die Klarnamenpflicht im Internet durchzudrücken. Dadurch wird die Verfolgung von kritischen Bürgern erleichtert.

Dazu passend titelte ein österreichisches Printmedium: 81 % für Social-Media-Verbot. Damit war der Ausschluss von unter 14 Jahre alten Jugendlichen von TikTok & Co gemeint. Während jeder Entwicklungspsychologe weiß, dass die körperliche und geistige Reifung von Jugendlichen immer schneller verläuft, erklärt sie die Parteipolitik zu regredierten Kleinkindern. Auf den Grafiken im Blattinneren finden sich die 81 % Verbotsbefürworter aber nicht. Anstelle dessen wird ein komplexes Fragenkonstrukt gezeigt, dass Interpretationen nach allen Seiten offen lässt. Offenbar dürfte hier ein besonders versierter Gehmacherschüler am Werk gewesen sein.

Bonjour tristesse: Ein depressives Fazit

Seit Jahren geht ein mediales Trommelfeuer für ein Social-Media-Verbot für Jugendliche auf die Gesellschaft nieder. Und wenn dann die Leute mürbe gemacht sind und man sicher sein kann, dass sie die richtigen Antworten geben, dann lässt man die Marktforschung auf sie los, um durch Umfragen zusätzliches PR-fähiges Material zu generieren und zu verbreiten. Würde es den Politikern tatsächlich um die Jugend gehen, dann würde man sich um die Sicherheit im öffentlichen Raum bemühen. Dort lauern die wirklichen Gefahren, vor allem Messerattacken und Vergewaltigungen.

In Österreich wurden im Vorjahr 1.350 Vergewaltigungen begangen, fast die Hälfte davon von Syrern, Afghanen, Somaliern. In den Medien werden diese Zahlen im Kleingedruckten versteckt. Ginge es der Politik wirklich um den Schutz der Jugend, dann würde sie hier Maßnahmen setzen, zum Beispiel einen Asylstopp, Remigration der syrischen Asylanten, deren Asylgrund durch den Systemwechsel weggefallen ist und mehr Sicherheitspersonal auf den Schulwegen, wo Schüler immer mehr mit kulturfremden Gewalttätern konfrontiert werden, die sie zwingen wollen, zum Islam zu konvertieren. Wenn unsere ältere Tochter, sie ist 14 Jahre alt, mit dem Handy auf der Couch sitzt, haben wir keine Angst um sie. Aber wenn sie sich alleine im öffentlichen Raum bewegt, auf der Mariahilferstrasse, dem Westbahnhof oder in der U6, dann zittern wir. Mädchen werden regelmäßig von Talahons angegangen. Getan wird dagegen nichts. Aber das Social-Media-Verbot wird rauf und runter diskutiert. Wenn das kein Ablenkungsmanöver ist, will ich Gantenbein heißen.