Die Ausmaße der Causa Babler-Doku werden mit jeder Woche größer. Während sich der Vizekanzler und sein Team zunächst darauf hinausredeten, dass der Beschluss über die Förderung noch in der Amtszeit von Werner Kogler als Kulturminister erfolgt sei und man sich dafür sogar bei ihm bedankte, zeichnen die tatsächlichen Auszahlungen ein differenzierteres Bild.Zwar wurde der Beschluss noch unter der türkis-grünen Bundesregierung gefasst, jedoch erfolgte die Auszahlung der Fördersumme durch das Österreichische Filminstitut in mehreren Raten an die Fördernehmer. Ein Teil dieser Raten wurde erst überwiesen, als Andreas Babler bereits seit Monaten im Amt war. Darüber hinaus zeigt sich inzwischen, dass die Dreharbeiten deutlich länger dauerten als ursprünglich geplant. Laut erster Einreichung sollten sie im November 2024 abgeschlossen sein und der Film im Juni 2025 fertiggestellt werden. Wie mittlerweile bekannt ist, wurde jedoch noch bis zur Angelobung von Andreas Babler im März 2025 weitergedreht. Der Abschluss des Films erfolgte somit deutlich später, und die Premiere findet erst jetzt statt. Offensichtlich wollte man auch Bablers Weg in die Regierung und sein Ankommen im Vizekanzleramt dokumentarisch festhalten.

Falter bewirbt Kinostart

Zusätzlich wird auch das Festival „Diagonale“ in Graz, in dessen Rahmen der Film uraufgeführt wurde, mit mehr als 500.000 Euro aus Steuermitteln gefördert. Doch damit nicht genug. Wie bereits bekannt ist, finanziert auch die Stadt Wien über den Filmfonds Wien einen erheblichen Teil des Films. Dieser unterstützt mit mehr als 20.000 Euro zusätzlich auch den anstehenden Kinostart Ende April. Wenig überraschend wird dieser Kinostart nun auch vom Falter begleitet, der eine eigene Veranstaltung im Wiener Urania Kino plant. Eine Kombination, die für viele politische Beobachter wohl kaum passender sein könnte. Mit dabei sein sollen nicht nur der Regisseur, sondern auch die „Protagonisten“ des Films – vermutlich also Babler und sein Team selbst.

Staat als Futtertrog für die SPÖ

Man kann von Andreas Babler halten, was man will. Aber das, was sich hier in Bezug auf den Umgang mit Steuergeld offenbart, sucht tatsächlich seinesgleichen. Selten hat man so eindeutig präsentiert bekommen, wie wenig Respekt die Sozialdemokratie vor den Mitteln der öffentlichen
Hand hat. Dass man dort in der öffentlichen Finanzierung des Films überhaupt kein Problem sieht, beweist einmal mehr, dass die SPÖ den österreichischen Staat als reinen Selbstbedienungsladen betrachtet, der gerne auch dazu verwendet werden darf, um eigene – und ganz eindeutig parteipolitisch konnotierte Projekte – umzusetzen. Der Staat ist allerdings kein Futtertrog für einzelne rote Funktionäre. Und in einer Zeit, in der den Menschen in diesem Land nahezu täglich ausgerichtet wird, sie müssten den Gürtel enger schnallen und man wünsche sich neue und höhere Steuern, ist es mehr als ein Hohn über eine halbe Million Euro für derartige „Filme“ auszugeben.

Unabhängig vom Inhalt des Filmes steht fest: Der Umgang seitens des Kulturressorts und seitens der SPÖ in dieser Sache bleibt ein Skandal. Da man dort offenbar weiterhin versucht, den Sturm einfach auszusitzen, darf man sich nicht wundern, wenn der Wähler die Sozialdemokratie in den Umfragen für ihr Verhalten weiter zur Rechenschaft ziehen wird.