Wetten, dass sich in der linken Reichshälfte schnell Ersatz für die 330.000 Euro finden wird, welche die Familienministerin Bauer dem Verein ZARA – Zivilcourage & 
Anti-Rassismus-Arbeit gestrichen hat? Vizekanzler Babler und Frauenministerin Holzleitner glauben wieder einmal eine Chance zur Rettung der SPÖ entdeckt zu haben und erklären uns, Österreich könne sich einen Verzicht auf ZARA nicht leisten. Mehr als 50.000 haben schon eine Petition unterschrieben für den Verein. Wenn also jeder von denen fünf Euro zahlt, ist das Problem gelöst. Und wenn nicht? Dann hinterlässt ZARA auch nicht das Vakuum, das jene herbeireden, die so tun, als gäbe es hierzulande niemanden, der sich dann um tatsächliche oder vermeintliche Opfer von Diskriminierung kümmert. Denn: „Es gibt neben ZARA viele andere Stellen, die Ihnen Unterstützung bieten. Die meisten sind in Wien ansässig und österreichweit tätig.” So beschreibt ZARA selbst auf seiner Homepage die eigene Verzichtbarkeit. Es gibt eine lange Liste von ähnlichen Initiativen mit ähnlichen Zielsetzungen. Die Republik wird den Untergang von ZARA also überleben, ohne in einer Hassorgie zu versinken.

Neuer Babler-Film?

Aber, wie gesagt: ZARA wird gerettet werden! Weil die paar Netsch, die Frau Bauer einsparen will, finden sich garantiert anderswo, wo man schon locker viel größere Summen aufgestellt hat. Vielleicht macht ZARA einen neuen Film über ein prominentes Hassopfer. Andreas Babler weckt ja selbst unter Genossen alles andere als Gefühle der Zuneigung.
Geld spielt jedenfalls keine Rolle, wenn der Staat zwar sparen muss, aber eine Ministerin dabei ein Auge auf die Herde heiliger Kühe der Linken wirft.

Warum reden wir aber nur vom Geld? Unterstellen wir der Ministerin, dass stimmt, was ihr ohnehin vorgeworfen wird. Dass nämlich der Sparzwang nur eine vorgeschobene Begründung für den Förderstopp ist. Ließe sich der etwa auch anders begründen?

Alles ist rassistisch

Aber klar! Der Hauptkritikpunkt betrifft die selektive Wahrnehmung von Rassismus und den daraus folgenden selektiven Aktionismus von ZARA. Der Versuch, das Gras des Rassismus wachsen zu hören, treibt bisweilen seltsame Blüten wie jene im jüngsten Jahresbericht nachzulesende: So hat ZARA im vergangenen Jahr beobachtet, „dass Rassismus in Schulen und Kindergärten häufig in Form subtiler Ungleichbehandlung auftritt – etwa durch geringere Erwartungshaltungen, schlechtere Noten oder häufigere Tadel gegenüber migrantischen bzw. migrantisch gelesenen Lernenden.” Im Klartext bedeutet der Vorwurf: Pädagogen, die etwa aus humaner Rücksicht von Kindern mit Migrationshintergrund weniger erwarten und verlangen, sind ebenso rassistisch, wie jene Pädagogen, die von allen gleich viel verlangen, aber schlechtere Leistungen von Migranten dann auch entsprechend benoten. Und was die häufigeren Tadel angeht, haben diese, sofern von resignierenden Lehrkräften überhaupt noch ausgesprochen, ihre Ursache auch in jenem Integrationsdesaster, das einen normalen Schulalltag vielfach verunmöglicht. Die bekannte Wiener Lehrerin Susanne Wiesinger etwa bekam Probleme, weil sie während Corona Schüler getadelt hatte, die ins Waschbecken spuckten. Sie musste sich rechtfertigen, nicht antimuslimisch zu sein. Lehrer und Lehrerinnen müssen sich oft rechtfertigen für Versuche, hiesige Kultur und Werte vor dem Untergang zu bewahren.

Islamistischer Kampfbegriff

ZARA wird zudem seinem eigenen Anspruch nicht gerecht, nämlich, wie es auf der Homepage heißt, „allen Formen von Rassismus entgegenzutreten”. Man liest im Jahresbericht viel über Diskriminierung von Migranten, viel über „antimuslimischen Rassismus” – auch dann, wenn es gar nicht um Rassismus geht, sondern um Kritik an einer Religion. Was die Ablehnung des Islam, welche in einem säkularen Staat genauso zulässig sein muss wie die Ablehnung des Christentums oder des Buddhismus, mit Rassismus zu tun haben soll, kann auch ZARA nicht erklären. Die gedankenlose Übernahme dieses islamistischen Kampfbegriffes lässt jedoch gewisse Rückschlüsse zu. Ebenso die Tatsache, dass ein manchen Zuwanderern mit der Muttermilch mitgegebener echter Rassismus bei ZARA praktisch keine Rolle spielt. Während Streitereien unter autochthonen und zugewanderten Nachbarn oder die Abzocke von asiatischen Touristen durch einen Tiroler Busfahrer sofort in der Schublade „Rassismus” landen, ignoriert die angeblich alle Formen des Rassismus bekämpfende Organisation den Alltagsantisemitismus, der auf Pro-Palästina-Demonstrationen mehr oder weniger verklausuliert zur Schau getragen und in islamischen Vereinen, die Hamas-Verehrer und Judenhasser aus der Türkei einfliegen lassen, widerspruchlos toleriert wird.

Unerwähnt bleibt im Jahresbericht auch jener Rassismus in der Schule, der nicht Migranten trifft, sondern von diesen ausgeht. Denn dort, wo Muslime schon in der Mehrheit sind, hat die christliche oder bekenntnislose Minderheit wenig zu lachen. Bei ZARA hat man noch nie etwas über den „antichristlichen Rassismus” muslimischer Sittenwächter gelesen. Man darf gespannt sein, ob im nächsten ZARA-Jahresbericht der vor einem Monat bekannt gewordene Fall jenes Wiener Erstklässlers berücksichtigt wird, der als einziger Christ in der Klasse von seinen muslimischen Mitschüler „Schwein” genannt wird.

Kapitalismus ist schuld

Auch, wenn ZARA uns die Welt zu erklären versucht, lässt sich die gewisse Schlagseite nicht verheimlichen. So darf im Jahresbericht 2025 die Künstlerin und Historikerin Tayla Myree „die ICE-Tötungen (in den USA, Anm.), was in Venezuela passiert, was gerade im Iran passiert, im Kongo, in Palästina” auf eine Metaebene zusammenführen. Denn all diese Konflikte seien „Symptome eines größeren kapitalistischen Systems”. So ist das also: Nicht die islamistische Herrschaftsideologie, welche mörderische Regime wie das im Iran oder Afghanistan und Terrororganisationen wie die Hamas, die Hisbollah, die Houthis, die Boko Haram usw. hervorbringt, ist das Problem, sondern der Kapitalismus.

Jetzt ist klar, warum Andreas Babler ZARA unbedingt retten will und warum seine Partei sich auch so gern gemein macht mit Protagonisten des Politischen Islams. Es ist der antikapitalistische Ansatz dieser Community, der die Linken so anturnt. Dann möge Babler doch ZARA zu einer Vorfeldorganisation der SPÖ machen und auch aus der Parteikasse bezahlen. Für den seinen Steuerzahlern verpflichteten Staat ist ein Verein, der Hass dermaßen selektiv wahrnimmt und bekämpft, zu teuer.

Hinweis: Gastkommentare stellen die Meinung der jeweiligen externen Autoren dar und müssen nicht der Meinung der Redaktion entsprechen.