Als Bundesmandatar der ÖH habe ich das Recht Anfragen an ihre Referate zu stellen – Jüngste Beantwortungen dieser zeigen leider ein bekanntes Muster der Österreichischen Hochschülerschaft: Linke Kräfte zweckentfremden eine gesetzlich verankerte Interessenvertretung als einen ideologischen Versorgungsbetrieb – bezahlt von allen Studierenden, genutzt von wenigen. Das Bild ist leider verheerender als man denkt.

Biologische Männer im Frauensport

Zum „Transgender Day of Visibility” — veranstaltet das Queer-Referat der ÖH eine bundesländerübergreifende Veranstaltung zum Thema „Geschlechtervielfalt im Universitäts- und Breitensport”. Die ÖH positioniert sich dabei aktiv dafür, dass biologische Männer im Frauensport antreten sollen dürfen – entgegen der Linie von World Athletics, FINA oder Internationalen Olympische Komitee. Wer diese Meinung nicht teilt, zahlt dennoch mit und wird nicht einmal zur Kenntnis genommen.

Parallel dazu organisiert dasselbe Referat Workshops exklusiv für „trans, inter* und nicht-binäre Studierende“, während für die große Mehrheit keinerlei vergleichbare Angebote existieren – bei üppigen Entschädigungen für „ehrenamtliche” Funktionäre.

Das Ausländerreferat: Dubai als Staat und doppelte Ukraine

Das Ausländerreferat berät Interessenten aus dem Ausland, die in Österreich zu studieren wollen — Auch dafür kommen Studierende auf.

Ein Blick in die Zahlen ist erhellend: Über 42 Prozent der Interessenten stammen aus muslimisch geprägten oder afrikanischen Ländern. Dubai wird dabei als eigenständiges Land gelistet (ebenso Palästina), die Ukraine erscheint gleich zweimal mit stark variierenden Zahlen auf, 28 Fälle mit vollkommen unbestimmter Herkunft finden sich in der Liste — ob aus Nordkorea, Dschibuti oder staatenlos, das bleibt offen.Auf Nachfrage erklärt das Referat, die geringere ukrainische Zahl betreffe das Vereinigte Königreich. „Wie bei Steirern und Wienern“ müsste man außerdem zwischen einzelnen Emiraten differenzieren – So die Antwort zur Herkunft.

Untätigkeit in anderen Bereichen:

Das Referat für Barrierefreiheit hat eigentlich tatsächlich relevante Aufgaben — für Studierende mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder anderen Einschränkungen. Was hat es dieses Semester geleistet?
Einen einzigen kurzen Kaffeestand in Innsbruck – Zur „Vernetzung”. Die Funktionäre, die dafür zuständig sind, werden selbstverständlich großzügig für ihre (Un)tätigkeit entschädigt.

Weiters wird auf Anfrage entgegnet, dass man keinerlei Aufzeichnungen zum Arbeitsaufwand oder den Aufgaben mache. Wofür dieses Referat dann überhaupt besteht ist wohl eine Frage für sich.

Antieuropäische Haltung

Am 9. Mai begeht die EU den Europatag — Die ÖH-Bundesvertretung nutzt den Anlass dagegen für eine etwas andere Botschaft: „Nieder mit der Festung Europa.” So lautet, im Jahr 2026, die europapolitische Positionierung einer österreichischen Pflichtinteressenvertretung. Die ÖH befindet: Europa sei rassistisch und ein „Gewaltregime”.

Grüne Spaßfahrt nach Ghana auf Studikosten

Das Internationale Referat genehmigt sich Beachtliches: Zwei Teilnehmerinnen die im besagten Referat tätig sind und der grünen Studentenfraktion GRAS angehören reisten zu einer zweitägigen EU geförderten Konferenz namens „NELS Project – Next Level Skills for Student Leaders”.

Das Programm umfasste, wie Folgeanfragen belegen in Summe gerade einmal 13 Stunden reales Programm. Der Veranstaltungsort: Accra in Westafrika. Die dadurch entstandenen Kosten: 4.400 Euro Studentengelder — oder anders ausgedrückt: über 180 ÖH-Mitgliedsbeiträge eines Semesters. Wie aus den Anfragen weiters hervorgeht, gab es für die saftigen Reisekosten immerhin als Geschenke zwei Schals vor Ort. Wo diese nun verwahrt werden wird vom Referat allerdings nicht beantwortet, die Zollbestimmungen habe man aber eingehalten.

Selbstwirksamkeit für alle — außer für Männer

Wer bis hierher noch nicht wusste, was „FLINTA” sind, dem sei kurz geholfen: Das Akronym steht für Frauen, Lesben, inter*, nicht-binäre, trans und agender Personen — also im Wesentlichen für alle, die sich nicht als Männer fühlen, zumindest meistens oder teilweise. Genau weiß das eigentlich auch niemand. Die ÖH bietet dieser Tage einen „Selbstwirksamkeitskurs” exklusiv für FLINTA-Personen an. Die Zumutung liegt nicht im Kurs — sondern darin, dass es für Männer nichts Vergleichbares gibt und das in Regelmäßigkeit. Männer werden allgemein gerne von der Interessenvertretung unter dem Deckmantel des vermeintlichen „Sturzes des Patriachats” außen vor gelassen. Mit feministischen Aktivismus hat das wenig gemein.

In seiner Gesamtheit zeichnet das ein größeres Bild von einem linken Selbstbedienungsladen. Eine Struktur, in der politisch Gleichgesinnte sich gegenseitig mit Mandaten, Entschädigungen und Auslandsreisen versorgen; in der Aktivismus als Interessenvertretung deklariert wird und institutionelle Pflicht gegenüber der Gesamtheit der Studierenden zur bloßen Leinwand für ideologische Agenda verkommt. Das Geld kommt von allen. Der Nutzen fließt zu wenigen. Das alles geschieht im vollkommenen Bewusstsein, dass die Chancen gar nicht schlecht stehen, dass die ÖH stark beschnitten werden würde, falls die FPÖ in Regierungsverantwortung käme. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb agiert das rot-grüne Studentenbündnis so.

Die ÖH wäre gesetzlich verpflichtet, die Interessen aller Studierenden zu vertreten — 77% gehen aber nicht einmal zur Wahl, weil sie sich von dieser Institution nicht vertreten oder gehört fühlen.

Die ÖH ist keine linke NGO. Sie verhält sich aber wie eine. Es bräuchte aber eine echte Service-Einrichtung für Studenten, die ihre Aufgaben ernst nimmt und sich nicht von links-außen für gesellschaftspolitische Themen vereinnahmen lässt.

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