Die Erde hat annähernd eine Kugelgestalt mit einem Umfang von 40.000 Kilometern. Man stelle sich vor, wir müssten auf Befehl einer verhaltensoriginellen Bewegung heute zum babylonischen Glauben einer Flacherde zurückkehren. Tendenzen dieser Art sind in der Tat zu erkennen.
Grenzen der Meinungsfreiheit
Anhänger des deutschen Bundesligaclubs Bayer Leverkusen hatten im November 2023 zwei Banner präsentiert mit der Aufschrift: „Es gibt viele Musikrichtungen, aber es gibt nur zwei Geschlechter“. Aufgrund dieser Demonstration bekam Bayer Leverkusen vom Deutschen Fußballbund eine Strafe von 18.000 Euro aufgebrummt. Kurz darauf zogen Anhänger von Dynamo Dresden mit ähnlichen Spruchbändern nach. Einige Medien bezeichneten das als „Kulturkampf“, der in Fußballstadien nichts zu suchen habe. Bayer Leverkusen knickte ein und distanzierte sich eilfertig vom Inhalt der gezeigten Banner. Der DFB war damit ins Lager der Flacherdler gewechselt.
NIUS, das meistgehasste Magazin bei allen selbsternannten Fortschrittlichen, warb im Juni dieses Jahres mit „Wir werden immer beliebter bei sämtlichen beiden Geschlechtern“. Die Werbung war auch in der Berliner U-Bahn zu sehen. Kurz darauf stoppten die Berliner Verkehrsbetriebe die Kampagne, denn „dieses Motiv überschreitet die Grenzen der zulässigen Meinungs- und Werbefreiheit“. Wir sehen also: Wer etwas behauptet, was in allen Biologiebüchern der Welt steht, was in Biologie gelehrt wird und was alle Genetiker wissen (nicht bloß glauben), überschreitet die Grenzen der Meinungsfreiheit. Die Erde ist nicht mehr kugelig, die Flacherdler jubeln.
Humanismus und Aufklärung
Der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) der Universität Mainz weigerte sich über Jahre hinweg, der Hochschulgruppe „Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung“ Förderungen sowie die Teilnahme an den Hochschulgruppenmessen zu ermöglichen. Einer der Gründe war die Verbundenheit der Gruppe zur Giordano-Bruno-Stiftung. Diese gemeinnützige Stiftung des bürgerlichen Rechts vertritt humanistisch-liberale Positionen und setzt sich für Werte der Aufklärung ein. Aufklärung ist der schlimmste Feind aller Flacherdler.
Die Wiener Feministin und Biologin Gertraud Klemme wurde im letzten Frühjahr nach einem Shitstorm in sozialen Medien aus einem Buchprojekt des renommierten Leykam-Verlags geworfen. Der Verlag warf ihr „Transfeindlichkeit“ vor. Klemm hatte in einem Kommentar die Auflösung biologischer Geschlechter kritisiert. Hier zeigt sich, dass die Flacherdler sogar schon auf Verlage Einfluss nehmen können.
Christen-Fundis
Die blinde Sängerin Bernarda Brunović sollte im März 2025 beim Festival „M4music“ der Migros in Zürich auftreten. Kurz vor ihrem Auftritt wurde Bernarda aus dem Programm genommen. Es gab massive Drohungen linksextremer Gruppen, die Aufführung zu stören. Der Mob war mobilisiert worden, weil Bernarda – eine bekennende christliche Frau mit kroatischen Wurzeln – von Linksextremen als „Fundi-Sängerin“ gebrandmarkt wurde. Die Antifa-Aktivisten riefen dazu auf, „laut und queer gegen Christen-Fundis“ vorzugehen. Flacherdler hassen mutmaßlich das Christentum mit dessen Friedensbotschaften und lieben den Islam mit seinem modernen Frauenbild.
Die „Skepkon“ ist eine alljährliche Großveranstaltung der „Deutschen Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften“ (gwup.org). In diesem Jahr musste ein großes Polizeiaufgebot den bekannten Extremismusforscher Ahmad Mansour schützen. Die GWUP hat nicht nur den Kampf gegen Pseudowissenschaften in ihrem Sortiment, sondern auch gegen wissenschaftsfeindliche religiöse Fanatiker. Der Psychologe und Islamismuskritiker Mansour hatte vor seinem Auftritt mehrere Morddrohungen erhalten. Es scheint also auch blutrünstige Flacherdler mit dem Messer in der Mantelfalte zu geben.
Der deutsche Spaßmacher Mario Barth wurde im Februar 2024 von TikTok gesperrt. Er hatte ein Video geteilt, in dem er mit seinem T-Shirt mit der Aufschrift „Ich gender nicht, ich habe einen Schulabschluss“ zu sehen war. „Das Video wurde wegen Hassrede und hasserfülltem Verhalten gesperrt“, lautete die Begründung. Der Text kann von jedem mindestens durchschnittlich intelligenten Menschen als satirisch erkannt werden. Wir lernen: Flacherdler verstehen keinen Spaß und sind (wahrscheinlich deshalb) mäßig intelligent.
Verbotene Losungen
Ein kafkaesker Fall zeigt eine gewisse Verwirrtheit in deutschen Behörden. Das deutsche Bundeskriminalamt und das Landeskriminalamt Bayern sowie die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelten kürzlich gegen das Onlinemagazin „Die Achse des Guten“ (Achgut.com) – eine bei Linken verhasste Online-Plattform. Es ging um einen zwei Jahre alten Artikel, in dem nachgewiesen wird, dass Sozialdemokraten bereits in der Weimarer Republik, also vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten, die Parole „Alles für Deutschland“ verwendet hatten. Daraufhin erfolgte der Vorwurf der „Verwendung verfassungsfeindlicher Kennzeichen“. Der Beitrag von Achgut.com beschrieb nichts anderes als eine historisch beweisbare Tatsache, indem das Titelblatt der sozialistischen Zeitung „Das Reichsbanner“ vom 26. Dezember 1931 gezeigt wurde. Die Strafverfolger glaubten, dass Achgut.com eine verbotene nationalsozialistische Parole verbreitet hatte. („Alles für Deutschland“ ist eine verbotene Losung nach dem deutschen Strafgesetzbuch). Ein Volkshochschulkurs „Sinnerfassendes Lesen für Flacherdler“ ist dringend zu empfehlen.
Wir sehen, dass der Marsch der Flacherdler durch die Institutionen beim DFB, in deutschen Universitäten und Verlagen, bei Verkehrsbetrieben und Ermittlungsbehörden und selbstverständlich bei öffentlich-rechtlichen Medien angekommen ist. Über Letztere wäre später gesondert zu berichten.

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