Die Bilder sorgten bereits im Februar für Aufsehen. In der Engerthstraße krachte ein BMW gegenüber einer Volksschule gegen mehrere Fahrradbügel und riss sogar einen Baum aus. Der Wagen wurde völlig zerstört. Laut Polizei war ein 21-jähriger Lenker bei winterlichen Fahrverhältnissen von der Fahrbahn abgekommen.

Dass der Unfall außerhalb der Schulzeiten passierte, verhinderte Schlimmeres. Für die Brigittenauer Bezirksvorsteherin Christine Dubravac-Widholm war der Vorfall jedoch ein deutliches Warnsignal.

Radar enthüllt erschreckende Spitzenwerte

Um die tatsächliche Verkehrssituation vor Ort zu überprüfen, ließ der Bezirk im Mai für 15 Tage ein Radargerät aufstellen. Die Auswertung zeigt ein gemischtes Bild.

Zwar hielten sich rund 90 Prozent der Autofahrer an das geltende Tempolimit, dennoch wurden zahlreiche Verstöße registriert. Besonders schockierend: Ein Fahrzeug wurde mit 116 km/h gemessen. Weitere Lenker waren mit 109 km/h beziehungsweise 107 km/h unterwegs.

Einer der besonders schnellen Fahrer raste laut Auswertung zwischen sechs und sieben Uhr morgens an der Volksschule vorbei.

Mehrheit fährt korrekt

Trotz der Extremfälle lag die durchschnittliche Geschwindigkeit bei 49 km/h und damit knapp unter dem erlaubten Limit. Aus Sicht des Bezirks können die gemessenen Spitzenwerte jedoch nicht ignoriert werden.

Gerade im Umfeld von Schulen seien bereits einzelne Raser ausreichend, um Kinder und andere Verkehrsteilnehmer massiv zu gefährden.

Bezirk fordert weitere Maßnahmen

Die Ergebnisse der Geschwindigkeitsmessungen werden nun an die Polizei übermittelt. Gleichzeitig ersucht der Bezirk die Behörden, zusätzliche Maßnahmen zu prüfen.

Ob verstärkte Kontrollen, häufigere Radarüberwachungen oder weitere verkehrsberuhigende Maßnahmen folgen, wird nun von den zuständigen Stellen bewertet. Für die Bezirksverantwortlichen steht fest: Auf Glück allein will man sich nicht verlassen. Dass beim schweren Unfall im Februar keine Schüler verletzt wurden, sei ein glücklicher Zufall gewesen.

Die aktuellen Messungen zeigen jedenfalls, dass es vor der Volksschule immer wieder zu massiven Geschwindigkeitsüberschreitungen kommt. Nun soll verhindert werden, dass der nächste Vorfall noch schwerere Folgen hat.