Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den als „Jurassica Parka“ bekannten Dragqueen-Darsteller Mario O. erhoben. Dem 46-Jährigen wird der Besitz von mutmaßlich kinder- und jugendpornografischem Material vorgeworfen.
Wie die Generalstaatsanwaltschaft Berlin mitteilte, sollen Ermittler bei einer Durchsuchung am 24. Juli 2025 mehrere elektronische Datenträger sichergestellt haben. Auf diesen befanden sich laut den Behörden mutmaßlich kinderpornografische Videos von mehreren Stunden Länge, zusätzlich jugendpornografisches Material sowie entsprechende Bilddateien.
Wie die „Welt“ unter Berufung auf Ermittlungsunterlagen berichtete, sollen auf Notebooks, externen Festplatten, einem Mac und einem iPhone insgesamt 131 Videodateien gefunden worden sein. Dazu sollen weitere Bilddateien gekommen sein. Ausgangspunkt der Ermittlungen war demnach eine Meldung der US-Organisation „National Center for Missing & Exploited Children“ (NCMEC), die wegen einer auffälligen IP-Adresse die deutschen Behörden informierte.
Der Beschuldigte schweigt bislang zu den Vorwürfen, für ihn gilt die Unschuldsvermutung. Laut Staatsanwaltschaft sollen die sichergestellten Geräte im Fall einer Verurteilung eingezogen und vernichtet werden.
Frühere Verurteilung
Brisant ist der Fall auch deshalb, weil Mario O. bereits 2023 rechtskräftig wegen des Verbreitens kinderpornografischer Inhalte verurteilt worden war. Damals verhängte das Amtsgericht Tiergarten eine Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu je 70 Euro. Die damaligen Vorwürfe bezogen sich auf Inhalte aus dem Jahr 2021, die über soziale Netzwerke verbreitet worden sein sollen.
Öffentliche Auftritte trotz Ermittlungen
Trotz der früheren Verurteilung blieb „Jurassica Parka“ weiterhin öffentlich präsent. Der Künstler galt über Jahre als feste Größe der Berliner Queer- und Kulturszene, moderierte unter anderem den Christopher Street Day und trat gemeinsam mit Entertainer Jan Böhmermann auf. Auch bei Veranstaltungen rund um „Queer“-Rechte war Mario O. regelmäßig vertreten.
Für Diskussionen sorgte zuletzt ein Auftritt bei einer Polizei-Gala in Berlin im Juli 2025 – zu einem Zeitpunkt, als die neuen Ermittlungen bereits liefen. Wenig später zog sich der Künstler aus der Öffentlichkeit zurück, löschte Social-Media-Konten und nahm die eigene Website offline. In einem Instagram-Beitrag sprach Mario O. damals von einem Suchtproblem sowie strafrechtlichen Ermittlungen wegen eines „mutmaßlichen Onlinevergehens“, ohne Details zu nennen.
Ob es nun tatsächlich zu einem Prozess kommt, entscheidet das Amtsgericht Tiergarten.

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