Eine parlamentarische Anfrage der FPÖ bringt nun neue Details über Organisation, Kosten und den umstrittenen Auftritt am Rollfeld ans Licht.
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz sprach von einer „inszenierten Airshow“ der Außenministerin und wollte unter anderem wissen, warum Meinl-Reisinger direkt am Rollfeld präsent war, wie der Charterflug organisiert wurde und welche Kosten entstanden sind.
AUA sagte Rückholflug kurzfristig ab
In ihrer Anfragebeantwortung schildert Meinl-Reisinger die dramatische Lage Anfang März 2026. Der reguläre Flugverkehr im Nahen Osten sei infolge der Sicherheitslage weitgehend zum Erliegen gekommen, mehr als 17.000 Österreicher hätten sich in der Krisenregion befunden.
Allein zwischen 28. Februar und 1. März hätten sich laut Außenministerium mehr als 1.200 Personen in Dubai bei der Reiseregistrierung des BMEIA gemeldet. Der Krisenstab habe deshalb am 1. März empfohlen, sofort eine Sondermaschine zur Rückholung zu organisieren.
Ursprünglich sollte Austrian Airlines den Flug durchführen. Die AUA habe jedoch am Abend des 1. März wegen verschärfter Sicherheitsbewertungen der europäischen Luftfahrtbehörde EASA abgesagt.
Daraufhin wurde laut Ministerium im Wege einer Dringlichkeitsvergabe die ägyptische Fluglinie „Sky Vision“ beauftragt. Der Chartervertrag sei am 2. März unterzeichnet worden.
Rückholflug kostete 190.000 Dollar
Die Kosten für den Flug beliefen sich laut Anfragebeantwortung auf 190.000 US-Dollar – umgerechnet rund 161.000 Euro. Wie hoch die endgültige Belastung für Österreich tatsächlich ausfällt, ist laut Außenministerium noch offen, da ein Teil der Kosten über das EU-Katastrophenschutzverfahren refundiert werden könnte.
Für die 151 Passagiere sei der Rückholflug jedenfalls kostenlos gewesen. Durch den EU-Mechanismus könnten zwischen 50 und 75 Prozent der Kosten übernommen werden.
FPÖ-Generalsekretär Schnedlitz übte dennoch scharfe Kritik: „Das war eine reine PR-Show der pinken Außenministerin um über 160.000 Euro. Eine organisierte Rückholung aller Betroffenen sieht anders aus.“
Ministerin verteidigt Auftritt am Rollfeld
Besonders umstritten war der öffentliche Empfang der Rückkehrer direkt am Rollfeld des Flughafens Wien-Schwechat. Meinl-Reisinger war dort in einer rot-weiß-roten Krisenjacke zu sehen und begrüßte die Ankommenden persönlich.
Die Außenministerin verteidigt ihren Auftritt. Gerade in den ersten Tagen der Krise sei es wichtig gewesen, den Betroffenen zu zeigen, „dass auf das Sicherheitsnetz des Team BMEIA Verlass ist“. Zudem habe sie direkt mit den Rückkehrern sprechen wollen, um Erkenntnisse für weitere Rückholungsflüge zu gewinnen.
Laut Ministerium waren neben Meinl-Reisinger auch ihr Kabinettschef, zwei Referentinnen und ein Fotograf des Außenministeriums am Rollfeld. Begleitet wurde der Aufenthalt von Beamten der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) sowie der Airport Security.
Auch Medienvertreter waren vor Ort: Neben APA und ORF berichteten unter anderem ServusTV, oe24, Heute, Krone, Kurier, Reuters, Kleine Zeitung und Salzburger Nachrichten vom Empfang.

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