Aus einer Anfragebeantwortung von Justizministerin Anna Sporrer geht hervor, dass sich die Gesundheitskosten im Strafvollzug 2025 auf 190,9 Millionen Euro beliefen.

Rund 58 Prozent der Ausgaben entfielen auf externe medizinische Leistungen – also Behandlungen außerhalb der Justizanstalten. Den größten Brocken machen stationäre Aufenthalte in öffentlichen Krankenhäusern aus. Besonders teuer ist die psychiatrische Versorgung, für die allein 86,3 Millionen Euro aufgewendet wurden, berichtet die Krone.

Krankenhauskosten gehen in die Höhe

Auch die Tagessätze für Krankenhausaufenthalte fallen ins Gewicht. Je nach Einrichtung liegen sie laut den vorliegenden Zahlen zwischen 389 und 1.311 Euro pro Tag.

Besonders kostspielig sind gesicherte Krankenhausbereiche für Strafgefangene. So kostet ein Bett auf einer gesperrten Station im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Wien laut den Angaben mehr als 1.000 Euro täglich – noch bevor zusätzliche Behandlungskosten anfallen.

FPÖ übt scharfe Kritik

Für den FPÖ-Sicherheitssprecher Christian Lausch sind die Ausgaben nicht nachvollziehbar.

„Fast 200 Millionen Euro für Straftäter, während bei der arbeitenden Bevölkerung gespart wird – das ist nicht nachvollziehbar“, kritisierte der Freiheitliche und forderte eine politische Diskussion über die Kostenentwicklung.

Ministerium verweist auf gesetzliche Pflicht

Das Justizministerium weist die Kritik jedoch zurück. Österreich sei gesetzlich verpflichtet, Menschen in Haft medizinisch gleichwertig wie die übrige Bevölkerung zu versorgen. Diese Versorgung diene nicht nur dem Schutz der Gesundheit der Gefangenen, sondern auch der Resozialisierung und letztlich der öffentlichen Sicherheit.

Fest steht: Die stationäre Behandlung – insbesondere im psychiatrischen Bereich – ist der mit Abstand größte Kostenfaktor im österreichischen Strafvollzug und macht inzwischen nahezu die Hälfte aller medizinischen Ausgaben aus.