Geplant ist eine Bahnverbindung unter dem Meer, zwischen der spanischen Küste bei Punta Paloma und Malabata (Marokko). Die Strecke soll rund 40 Kilometer lang sein und würde damit eine der ambitioniertesten Tunnelprojekte weltweit darstellen.

Der Verlauf soll Tiefen von bis zu 475 Metern unter dem Meeresspiegel erreichen. Vorgesehen sind zwei parallele Röhren, die sowohl den Personen- als auch den Güterverkehr aufnehmen sollen.

Die Fahrzeit könnte drastisch verkürzt werden: Statt der heutigen Überfahrt mit der Fähre von über einer Stunde würde die Passage künftig nur noch etwa 30 Minuten dauern.

Machbarkeitsstudie gibt grünes Licht

Eine im Jahr 2025 abgeschlossene Untersuchung des deutschen Herstellers von Tunnelvortriebsmaschinen Herrenknecht bestätigt die technische Umsetzbarkeit des Projekts.

Damit ist eine zentrale Hürde genommen. Dennoch bleibt der Zeitplan vorsichtig formuliert: Ein Baubeginn gilt frühestens ab 2035 als realistisch – vorausgesetzt, die Finanzierung wird bis dahin gesichert.

Milliardenprojekt mit offenem Finanzierungsplan

Die geschätzten Kosten bewegen sich in einer Größenordnung von 15 bis 20 Milliarden Euro. Internationale Institutionen wie die Weltbank und die Europäische Investitionsbank haben bereits Interesse signalisiert, sich an der Finanzierung zu beteiligen.

Erfahrungen mit vergleichbaren Großprojekten legen jedoch nahe, dass die tatsächlichen Ausgaben am Ende deutlich höher ausfallen könnten. Gerade bei komplexen Bauvorhaben unter extremen geologischen Bedingungen sind Kostensteigerungen eher die Regel als die Ausnahme.

Eine Idee mit langer Geschichte

Die Vision eines Tunnels unter der Straße von Gibraltar reicht weit zurück. Bereits im Jahr 1869 wurde sie erstmals diskutiert, um die Jahrhundertwende erneut aufgegriffen und in den 1920er-Jahren sogar durch erste Probebohrungen konkretisiert.