Mindestens 80.000 Menschen sind am Samstag bei zwei Demonstrationen durch die Londoner Innenstadt gezogen. Ein Protestzug unter dem Motto „Unite the Kingdom“ richtete sich gegen Einwanderung, während bei einer zweiten Kundgebung Unterstützung für Palästinenser ausgedrückt wurde.
Die Londoner Polizei war mit 4.000 Beamten im Einsatz und sprach vom größten Einsatz zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung seit Jahren. Insgesamt wurden 43 Personen festgenommen. Zudem kam es zu Angriffen auf Polizisten.

„Vier Beamte wurden angegriffen. Glücklicherweise wurde keiner von ihnen schwer verletzt“, teilte die Polizei am späten Samstagabend auf X mit. Sechs weitere Polizisten seien Opfer von Hassverbrechen geworden. Die meisten Demonstranten hätten die Veranstaltungsorte am späten Nachmittag verlassen, größere Zwischenfälle habe es nicht gegeben.
Nach Polizeiangaben verliefen die Demonstrationen insgesamt weitgehend friedlich. Angaben dazu, wie viele Festnahmen auf die jeweilige Kundgebung entfielen, machte Scotland Yard zunächst nicht.
Scotland Yard hatte laut „Guardian“ mit rund 50.000 Teilnehmern bei der „Unite the Kingdom“-Demonstration von Tommy Robinson gerechnet. Für die propalästinensische Kundgebung zum Nakba-Tag wurden 15.000 bis 40.000 Teilnehmer erwartet.
22 Festnahmen bei FA-Cup-Finale
Zusätzlich belastete das FA-Cup-Finale zwischen Manchester City und Chelsea im Wembley-Stadion die Sicherheitskräfte. Zu dem Spiel strömten rund 90.000 Zuschauer. Am Rande des Fußballspiels wurden nach Polizeiangaben 22 Menschen festgenommen.
Eine frühere „Unite the Kingdom“-Demonstration im vergangenen September hatte mehr als 100.000 Menschen angezogen. Damals war es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen, bei denen mehr als zwei Dutzend Beamte verletzt wurden.
Die diesjährige Kundgebung fiel mit der propalästinensischen Demonstration zum Nakba-Tag zusammen. Die Polizei wollte verhindern, dass beide Lager aufeinandertreffen.

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