Ihr Vergehen: Sie sang bei einem millionenfach angesehenen Livestream im Dezember 2024 das patriotische Lied „As Khoone Javane Vatan“ („Aus dem Blut der Jugend des Vaterlandes“) – und trat dabei ohne Kopftuch auf. Neben der Sängerin wurden auch acht Mitglieder ihres Produktionsteams bestraft.

Festnahme und Ausreiseverbot

Zusätzlich zu den Peitschenhieben verhängten die Behörden ein zweijähriges Ausreiseverbot sowie ein zweijähriges Berufsverbot im künstlerischen Bereich. Der Auftritt hatte im Internet große Aufmerksamkeit erregt und soll Millionen Aufrufe auf YouTube erzielt haben. Bereits kurz nach dem Livestream waren Ahmadi und mehrere Beteiligte vorübergehend festgenommen worden, wie die „New York Post“ berichtet.

Große Empörung

Menschenrechtsorganisationen reagieren empört. Juristen weisen darauf hin, dass das Singen oder Veröffentlichen von Musik durch Frauen nach iranischem Strafrecht eigentlich nicht ausdrücklich verboten sei. Die Verurteilung wird daher als weiteres Zeichen für den harten Kurs der iranischen Führung gegen Künstler und Regimekritiker gewertet.

Harter Kurs gegen Andersdenkende

Für Frauenrechtler ist der Fall kein Einzelfall. Immer wieder werden Musiker, Aktivisten und Frauenrechtler im Iran mit Verhaftungen, Berufsverboten oder sogar Auspeitschungen bestraft. Erst im vergangenen Jahr wurden gegen einen bekannten Sänger 74 Peitschenhiebe vollstreckt, nachdem er mit einem Lied die Protestbewegung „Frau, Leben, Freiheit“ unterstützt hatte.